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Diakonisches Werk Dithmarschen
Ev.-Luth. Kirchenkreis Dithmarschen

[MIGRATIONSSOZIALBERATUNG :: Jugendmigrationsdienst]

Jahresbericht 2012

Jugendmigrationsdienst

1. Ausgangssituation

Im Jugendmigrationsdienst (JMD) des Diakonischen Werkes Dithmarschen war 2012 weiterhin ein hauptamtlicher Mitarbeiter (Viktor Schmidt) in Vollzeit tätig, der von zwei Hilfskräften (Javad Saiedi und Yiliya Ivachenko) über ein-Euro-Job-Maßnahmen unterstützt wurde.
Die Arbeit des JMD erfolgte zusammen mit der Migrationssozialberatungsstelle (MSB) für erwachsene Zuwanderer – eine hauptamtliche Mitarbeiterin (Anja Döhren) mit einer Vollzeitstelle.
Dazu gehören auch 12 ehrenamtliche Mitarbeiter und die Projekte „Sprachpartnerschaften“ und „Sprachförderung“.
Es wird eng mit der Mitarbeiterin der Migrationssozialberatungsstelle des Diakonischen Werkes Dithmarschen zusammengearbeitet. So wird auch Urlaubs- und Krankheitsvertretung gewährleistet. Herr Saeidi war bei uns über eine AGH-Maßnahme bis zum 31.08.2012 tätig gewesen, zurzeit studiert er in Hamburg. Frau Ivanchenko arbeitet seit 10.09.2012 über eine AGH-Maßnahme bei uns. Sie wird auf die C1 Prüfung individuell vorbereitet um weiter das zweite Fach für ein Lehramtsstudium zu absolvieren.
Ebenfalls werden gemeinsame Teamsitzungen durchgeführt. Die Öffnungszeiten sind verlässlich: die offene Sprechstunde in Meldorf ist mittwochs 8.00 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 16.00 Uhr.
In Heide dienstags von 09:00 bis 13:00 Uhr und in Brunsbüttel montags von 14:00 bis 16:00 Uhr, sonst nach Vereinbarung

Der Zuständigkeitsbereich des JMD erstreckte sich auf den gesamten Kreis Dithmarschen.
Der JMD befindet sich im „Haus der Diakonie und Kirche“ sehr zentral gelegen und mit dem ÖPVN sehr gut erreichbar.
Hier steht für die Arbeit des JMD im Erdgeschoß ein ca. 20 m² großes helles Büro zur Verfügung mit Telefon, Computer, Internetanschluss und Beratungstisch.
Für die Hilfskräfte gibt es ebenfalls eine ca. 10 m² Büro mit Telefon und Computer, Internetanschluss und Beratungstisch.
Neben den Büros befindet sich ein Raum mit einem Kopierer, Fax und Scanner.
Für die Dienstfahrten steht uns ein VW Golf zu Verfügung.
Für die mobile Kommunikation nutzen wir das Diensthandy.  
Im Jahre 2012 konnten wir einen neuen Computer, einen Notebook und einen Beamer für den JMD in Meldorf besorgen.


2. Ziele

Oberstes Ziel der Arbeit des JMD Meldorf ist es, die Integrationschancen junger Migranten in ihrem Lebensumfeld soweit zu verbessern, dass sie in der Lage sind, in den einzelnen Lebenssystemen unserer Gesellschaft, wie z.B. Sprache, Schule, Ausbildung, Beruf, Soziales, ohne fremde Hilfe am Leben teilzunehmen und gleiche Chancen wie einheimische junge Menschen zu haben. Darüber hinaus sollen sie motiviert und befähigt werden zur aktiven Teilhabe in allen Bereichen des sozialen, kulturellen und politischen Lebens unserer Gesellschaft.
Dazu ist es notwendig, dass der JMD und sein Angebot bei dem Klientel und seinen Angehörigen, bei Netzwerkpartnern und weiteren im Kontakt mit jungen Migranten stehenden Personen und Institutionen, aber auch in der eigenen Organisation bekannt ist und als Einrichtung zur Begleitung von jungen Migranten bei der Integration in unsere Gesellschaft sowie als ihre Interessenvertretung wahrgenommen, akzeptiert und in Anspruch genommen wird. Dies bedingt wiederum, dass unsere Aufnahmegesellschaft und ihre Vertreter, aber auch junge Migranten selbst bereit und in der Lage sind, sich interkulturelle Kompetenz anzueignen.
Hierzu bietet der JMD Maßnahmen zur Vermittlung beiderseitiger interkultureller
Kompetenz an.


3. Klientel

3.1. Statistik

Im Berichtsjahr 2012 (Vergleichszahlen 2011 in Klammern) wurden insgesamt 210 (187) Jugendliche aus 30 (27) Nationen betreut. 114 (100) weibliche und 96 (87) männliche. Es kamen 92 (43,8%), 88 (47,0%) zugewanderte Deutsche mit Migrationshintergrund, 114 (54,3%), 96 (51,3%) ausländische Migranten und 4 (1,9%), 3 (1,7%) hier geborene mit Migrationshintergrund.
36 Jugendliche sind neu zur Beratung gekommen, davon kamen 14 neu nach Deutschland. Es wurden dem Kreis Dithmarschen 2 Jugendliche Spätaussiedler zugewiesen, es kamen 2 jugendliche Ausländer im Wege der Familienzusammenführung, 5 Flüchtlinge und 5 aus EU Ländern.

131 (62,4%) der Jugendlichen lebten bis zu zwei Jahre in Deutschland und 75 (35,7%) länger als zwei Jahre, in 2011 waren es – 112 (59,9%) bis zwei Jahre und 75 (40,1%) mehr als zwei Jahre.
Rund 14% unserer Jugendlichen befanden sich in Schule und 13,8% in Ausbildung. 14% waren berufstätig, 5,2% besuchten einen Integrationskurs und 30% waren arbeitslos.
Dazu ist es notwendig, dass der JMD und sein Angebot bei dem Klientel und seinen Angehörigen, bei Netzwerkpartnern und weiteren im Kontakt mit jungen Migranten stehenden Personen und Institutionen, aber auch in der eigenen Organisation bekannt ist und als Einrichtung zur Begleitung von jungen Migranten bei der Integration in unsere Gesellschaft sowie als ihre Interessenvertretung wahrgenommen, akzeptiert und in Anspruch
 

3.2. Problemlagen und Hintergründe

In Fortsetzung der Entwicklung der Vorjahre ist der Anteil der Spätaussiedler und ihrer Angehörigen weiterhin zurückgegangen, die größte Gruppe unseres Klientel stellen ausländische Migranten aus dem afghanisch-iranischen sowie türkisch-kurdischen Raum, aber auch aus den neuen EU Staaten kamen vermehrt Jugendliche zu uns in die Beratungsstelle.
Weitere Personenkreise stellten nachgezogene ausländische Ehegatten und Migranten im Rahmen des Au-Pairs dar.
Insbesondere das Aufenthaltsgesetz mit seinen Ausführungsbestimmungen bereitete unseren Jugendlichen Probleme. Das Hauptproblem dabei ist die Absolvierung des Sprachtestes Start Deutsch A1, an dieser Anforderung scheitern etliche Ehen.
Zur adäquaten Beratung und Begleitung sind auch andere Sprach-und Kulturkompetenzen als wir bislang benötigten notwendig, die wir uns auch weiterhin mit Hilfe unseren Sprachpartnern und Dolmetschern aneignen.
Jugendliche Asylbewerber haben nach wie vor keinen Anspruch auf Sprachförderung.
Bei Flüchtlingen bereiteten oft fehlende oder extrem kurze Schulbildungen erhebliche Probleme in der Beratung und Suche nach Perspektiven, zumal unser Bildungs- und Förderungssystem nicht darauf eingestellt ist und kaum Alternativen oder Möglichkeiten für Lösungsansätze bietet, vor.
Auch in unserem Kreis zeigt die Verteilung der Migrantenkinder auf die unterschiedlichen Schulformen ihre deutlich schlechteren Teilhabechancen im Vergleich zu hiesigen Jugendlichen. Daher halten wir die individuelle Begleitung der noch Schulpflichtigen (12-16 Jahre) und ihrer Eltern [Stärkung der Erziehungskompetenz] für auch sehr wichtig.
Im Bereich der beruflichen Bildung und Qualifizierung zeigt sich keine Verbesserung der Situation und der Chancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Hinzu kommt noch der Entwurf der Berufsfachschulverordnung des Ministeriums für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein. Nach dieser Verordnung sollen alle Bewerber der Berufsfachschule Englischkenntnisse auf der Niveaustufe A2 nachweisen.
Das heißt, dass berufschulpflichtige Migranten/-innen, die im Herkunftsland noch keinerlei Englischunterricht hatten und in Deutschland ihre Schulbildung an einer Berufsfachschule fortsetzen wollen, diese Voraussetzung gar nicht erfüllen können.
Das Hauptproblem sind die nicht ausreichenden Sprachkenntnisse. Nach dem Zuwanderungsgesetz haben alle Migranten/-innen mit dauerhaftem Aufenthaltsstatus Anspruch auf einen Integrationskurs. Wer sogar erfolgreich die B1-Prüfung besteht, hat keine ausreichenden Sprachkenntnisse um eine Ausbildung oder Arbeit zu finden.
Die Jugendlichen bleiben entweder arbeitslos oder sie erhalten Arbeit über Leihfirmen.
Es gab zwei berufsbezogene Sprachkurse im Rahmen des ESF-BAMF-Programms, an denen unter anderem auch jugendliche teilgenommen haben. Und selbst da will man sich nicht auf das Niveau B2 festlegen.
Das Jobcenter schickt die Jugendlichen zu Maßnahmen, denen sie sprachlich nicht gewachsen sind. Dieses hat zur Folge, dass langsam die Motivation schrumpft, sodass man dann gerecht von Verweigerungshaltung sprechen kann.


4. Schwerpunkte der JMD Arbeit

4.1 Einzelfallbegleitungen durch das Verfahren des Case Managements

Im Jahre 2012 wurden 36 Jugendliche (22 Mädchen und 14 Jungen) im Rahmen des Case Managements intensiv betreut.
Die individuelle Begleitung und die Gruppenarbeit in diesem Zusammenhang haben sich für die Jugendlichen sehr bewährt und führten bei ihnen zur Verbesserung der Integrationschancen (in sprachlicher, schulischer, beruflicher und sozialer Hinsicht).
Besonderes Augenmerk wird hierbei auf den altersspezifischen Schwerpunkt der Schul- und Berufswegeplanung mit den hiermit stehenden Bereichen der Sprachförderung, der finanziellen und aufenthaltsrechtlichen Absicherung des Klientel, sowie im weiteren auf die Anerkennung ausländischer Bildungsnachweise, gesetzt.
Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Jugendlichen unsere Gesellschaft, ihre Werte, Normen und Spielregeln rechtzeitig kennenlernen.
Damit dies gelingen kann, übernehmen wir, insbesondere bei Neueingereisten, in Fortführung des Case Managements auch die Vermittlung und Begleitung in geeignete Schulen, Sprachkurse, Betriebe, zur Ausländerbehörde, zum Jobcenter und zu weiteren Fachdiensten, Sportvereinen und anderen einheimischen Gruppen.
Wir bereiten die Anerkennung ausländischer Bildungsnachweise durch das Bildungsministerium oder zuständige Kammern vor.
Seit 01.06.2002 greift im Kreis Dithmarschen das Konzept des Landes Schleswig-Holstein zur Integration aller Zuwanderer. Somit sind die Migrationssozialberatungsstelle (MSB) und der Jugendmigrationsdienst (JMD) zu einer Anlaufstelle für alle Migranten/Migrantinnen geworden. Nur die Asylsuchenden werden weiterhin von einem Mitarbeiter des Kreises Dithmarschen betreut.
Über die Zuweisung der Spätaussiedler und ihrer Familienangehörigen werden wir rechtzeitig von dem Vertriebenenamt des Kreises Dithmarschen informiert, sodass wir nach der Ankunft der Familien sofort Kontakt zu ihnen aufnehmen, hauptsächlich durch Hausbesuche. Um die genaue Adresse zu erhalten, nehmen wir auch Kontakt zu jeder Gemeinde auf. Die Arbeit unserer Beratungsstelle wird von den Kommunen und Gemeinden sehr geschätzt, was sich auch durch finanzielle Unterstützung ausdrückt. Auf diesem beschriebenen Weg wurde Kontakt zu allen Jugendlichen aufgenommen, die im Jahr 2012 nach Dithmarschen neu zugewiesen wurden. Leider kommen immer weniger Spätaussiedler nach Deutschland.
Der Zugang von Ausländern wird nach der Kooperationsvereinbarung mit der Ausländerbehörde mit einem Pendelbrief, in dem die Zustimmung des Migranten/der Migrantin vorgesehen ist, uns mitgeteilt. Außerdem kommen Migranten/-innen über Mundpropaganda und Flyer, die bei der Ausländerbehörde, dem Jobcenter und den Integrationskursträgern ausliegen, zu uns. Sehr hilfreich ist hier der „Wegweiser für Migranten/-innen im Kreis Dithmarschen“, der von uns mitentwickelt wurde, um den Zugewanderten die Integration zu erleichtern und eine verbesserte Vernetzung der beteiligten Institutionen zu erreichen.

Im Rahmen der Gruppenarbeit wurden im Laufe des Jahres Veranstaltungen zu folgenden Themen organisiert:
• Berufsberatung und Arbeitsvermittlung über die Agentur für Arbeit
• Weiterbildung und Fortbildung
• Arbeitslosengeld II
• Zuwanderungsgesetz
• Einbürgerungstest
• Familienzusammenführung

4.2 Vermittlungen in Angebote für zugewanderte junge Menschen im örtlichen Netzwerk

Da wir sofort nach der Einreise der Jugendlichen, die Ankunft mitgeteilt bekommen, werden die Jugendlichen auch gleich von uns begleitet und betreut. Alle neu zugewanderten Jugendlichen und auch Bestandsausländer haben Informationen über die Integrationskurse und Einstufungstests erhalten. Wir haben uns in allen beginnenden Integrationskursen vorgestellt. Kooperationsvereinbarungen mit den Sprachkursträgern sind abgeschlossen worden, sodass wir die sozialpädagogische Betreuung auch während des Besuchs der Kurse gewährleisten. Spezielle Integrationskurse für Jugendliche sind im Jahre 2012 im Kreis Dithmarschen nicht durchgeführt worden (keine ausreichende Teilnehmerzahl). Insgesamt haben 3 Integrationskurse stattgefunden. An diesen haben 16 jugendliche Migranten/-innen teilgenommen. An den Standorten der Sprachkurse befindet sich entweder die Beratungsstelle (Meldorf) oder es werden im gleichen Ort (Heide, Brunsbüttel) wöchentliche Sprechstunden angeboten. Bei Bedarf führen wir auch Hausbe-suche durch.

4.3. Stadtteilorientierung und interkulturelle Öffnung

Die Beratungsstelle des JMD, wie auch die Migrationssozialberatungsstelle ist in Meldorf angesiedelt. Die Stadt liegt im Zentrum des Kreises und ist von allen Orten auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen.
In Heide und Brunsbüttel, wo besonders viele Migranten/-innen leben, wird jeweils einmal in der Woche eine Sprechstunde durchgeführt.
In Brunsbüttel-Süd, wo besonders viele Migranten/-innen und sozial schwache Familien leben, besteht der vom JMD initiierte Mädchen- und Jungentreff weiterhin. Die Beratungsstelle ist bemüht, den Prozess der interkulturellen Öffnung der Angebote aller relevanten Dienste und Einrichtungen der sozialen Handlungsfelder weiter zu entwickeln.
Es besteht gute Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, einigen Polizeidienststellen, Familien- und Suchtberatungsstellen, Gesundheitsamt, Beratungsstellen für schwangere Frauen, Kompetenzagentur Dithmarschen, Berufsbildungszentrum Dithmarschen usw.


4.4. Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit


Die weiter stattfindende Sprechstunde in Brunsbüttel wird in den Räumlichkeiten der VHS angeboten.
Es wurden Dienste und Einrichtungen auf die Notwendigkeit interkultureller Öffnung aufmerksam gemacht. Über unseren Jahresbericht und unsere Teilnahme an kommunalpräventiven Räten und Sitzungen des Lokalen Bündnisses für Familie wurden die Gemeinden auf die Lebenssituation junger Migranten/innen aufmerksam gemacht. Der JMD hat sich mit seiner Lobbyarbeit bei politischen Entscheidungen zur Verbesserung der Lebenssituation der Migranten/-innen eingesetzt.
In Zusammenarbeit mit der Pflegefachschule des Westküstenklinikums in Heide und der Regionalschule Brunsbüttel fanden jeweils Informationsveranstaltungen für die Schüler über unsere Arbeit, zum Thema Interkulturelles Leben und Integration statt.

Vom 24.09. bis zum 30.09.2012 wurde im Kreis Dithmarschen eine Interkulturelle Woche mit verschiedenen Veranstaltungen in Meldorf, Brunsbüttel und Heide durchgeführt, an deren Planung und Durchführung sich viele Institutionen, sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer beteiligten.
Am Tag des Flüchtlings, am 28 September 2012, fand im Meldorfer Dom eine Andacht zu diesem Thema statt.
Das Interkulturelle Fest wurde in diesem Jahr gemeinsam mit dem Kreis und Heider Bündnis für Familie organisiert, durchgeführt und gemeinsam mit vielen Besucherinnen und Besuchern am 29.09.2012 im Kreishaus in Heide gefeiert.
Am 27.09.2012 wurde im Kreishaus durch den Kreistagspräsident Karsten Peters die Ausstellung „Volk auf dem Weg“ geöffnet. Die Ausstellung konnte bis zum 31.10.2012 im Kreishaus besichtigt werden.

Außerdem haben wir eine Veranstaltung zum Aktionstag „Voneinander lernen – Füreinander da sein“ im Gemeindezentrum in Meldorf am 26.09.2012 durchgeführt.
Da haben wir die Gelegenheit genutzt unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter zu ehren.

Alle Veranstaltungen dieser Woche erfreuten sich einer großen Besucherzahl und wurden von Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund gleichermaßen gut angenommen.
Gemeinsam mit der Kompetenzagentur Dithmarschen und dem Berufsbildungszentrum (BBZ) haben wir die multimediale Wanderausstellung „anders? – cool!“ im BBZ vom 19 bis zum 30 November 2012 präsentiert.
Die Eröffnungsfeier wurde am 19.11.2012 vom Kreistagspräsident Karsten Peters eingeleitet.
Es wurden Interviews mit jugendlichen Migrantinnen durchgeführt.
Bei den Führungen haben unsere ehrenamtlichen Multiplikatoren geholfen, die wir dafür geschult haben.
Insgesamt besuchten 900 Schülerinnen der 8. Und 9. Klassen aus allgemeinbildenden Schulen, aus Klassen der Berufsvorbereitung, sowie Auszubildende aus verschiedenen Ausbildungsgängen in Begleitung von Lehrkräften und interessierte Bürgerinnen die Ausstellung.

Das Projekt Sprachpartnerschaften in Dithmarschen hat sich weiter entwickelt. Ziel des Projektes ist die gegenseitige Unterstützung beim Spracherwerb und der kulturelle Austausch. Hierzu wurden mehrere Treffen mit den ehrenamtlichen Organisatoren und zwei Veranstaltungen für die Sprachpartner durchgeführt. Zurzeit gibt es 15 Sprachpartnerschaften, die bei Bedarf unterstützt und begleitet wurden. Wir konnten Herrn Hans-Joachim Flicek als ehrenamtlichen Koordinator des Projektes gewinnen.
Er bietet jeden Freitag von 11:00 bis 12:00 Uhr eine Sprechstunde für die Sprachpartner an.

Die vier ehrenamtlichen Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten mit ungesichertem Aufenthaltsstatus mit insgesamt 38 Teilnehmern in Heide, 18 Teilnehmern in Brunsbüttel und 18 Teilnehmern in Meldorf wurden weiterhin unterstützt, gefördert und erweitert.
Der russische Kinderklub „Znajka“, der In Heide in der Sankt Georg Schule zweimal in der Woche stattfindet, hat sich weiter ausgebaut.
Die Kinder und Jugendliche haben am 08.03.2012 zum internationalen Frauentag in der Kirchengemeinde Butendiek ein Konzert für die Eltern und auch für alle interessierte vorgetragen.

Der Treffpunkt für Migrantinnen und Migranten als gemeinsames niedrigschwelliges Angebot der Begegnung und Beratung in Zusammenarbeit mit der Brücke Dithmarschen wurde im Jahr 2012 erfolgreich weitergeführt. Einmal monatlich fanden Treffen in Heide mit verschiedenen Aktionen statt. Im Durchschnitt wurde der Treffpunkt  monatlich von jeweils ca. 30 Personen aus verschiedenen Kulturkreisen besucht.

Die in 2011 von der Migrationssozialberatungsstelle initiierte und betreute Interkulturelle Frauen-Musikgruppe hat sich weiter ausgebaut, die sich einmal wöchentlich im Johann-Hinrich-Wichern-Haus in Meldorf zum Proben traf und bei verschiedenen Veranstaltungen auftrat.

4.5 Kooperation und Vernetzung

Die im Jahr 2005 erstmals abgeschlossene Kooperationsvereinbarung mit dem Jobcenter Dithmarschen wurde überarbeitet und den neuen Anforderungen angepasst.
Außerdem wurde eine Kooperationsvereinbarung mit der Ausländerbehörde geschlossen, in der die Zusammenarbeit geregelt ist.
Für beide Vereinbarungen wurde ein entsprechender Pendelbrief eingeführt, in dem Daten und Informationen mit Einwilligung der Klienten zwischen den Beteiligten weitergeleitet werden können.  

Der seit 2005 bestehende Arbeitskreis für Integrationskurse in Dithmarschen, dessen Geschäftsführung durch uns wahrgenommen wird, fand weiter durch vier Treffen statt. Neben der Führung der gemeinsamen Wartelisten für Kursteilnehmer aller Kursträger beim Diakonischen Werk Dithmarschen, waren die sozialpädagogische Beratung einzelner Kursteilnehmer sowie die Hilfestellung bei Beantragung auf Zulassung zur Teilnahme an Integrationskursen und Fahrtkostenerstattung ans BAMF eine unserer Aufgaben. Die gute Vernetzung und die durch die Kooperationsvereinbarungen verbesserte Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure (Ausländerbehörde, Jobcenter, Sprachkursträger und Migrationssozialberatungsstelle) sorgten für konstruktive Arbeitsergebnisse.

Die regelmäßige Teilnahme am Arbeitskreis Sozialberatung, einem Treffen von Sozialberatern verschiedener Einrichtungen und Institutionen aus dem Kreis Dithmarschen, hat sich weiterhin als Möglichkeit des fachlichen Austausches und der Vernetzung auf kommunaler Ebene bewährt.

Das vom Landesverband des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein durchgeführte Treffen (4x jährlich) des Arbeitskreises Migration wurde als sinnvolle, arbeitsbereichernde Möglichkeit des übergeordneten Informationsaustausches genutzt.
Es gibt seit einigen Jahren eine Kooperationsvereinbarung mit der Kompetenzagentur Dithmarschen. Es werden gemeinsame Gespräche mit Jugendlichen und Eltern durchgeführt.
Wie organisierten zusammen Veranstaltungen, wie z. B. Infoveranstaltungen in Schulen, Or-ganisation und Durchführung der Ausstellung „anders? – cool!“ usw.
In diesem Jahr hat sich auch eine gute Zusammenarbeit mit den Sozialarbeitern des Berufsbildungszentrums Dithmarschen in Meldorf und Heide entwickelt.

Die gute Zusammenarbeit mit der Schuldnerberatung Lichtblick e.V. sowie mit der Sozialberatungsstelle, der Suchtberatungsstelle und der Familienberatungsstelle des Diakonischen Werkes Dithmarschen hat sich weiterhin fortgesetzt.
Seit September 2009 beteiligt sich die Migrationssozialberatung am Bündnis für Familie, einer Arbeitsgruppe zur Familienfreundlichen Stadtentwicklung in Heide, in Form der Mitarbeit in einer Unterarbeitsgruppe für Migrantinnen und Migranten. Diese Zusammenarbeit wurde in diesem Jahr unter anderem mit der Organisation und Durchführung von verschiedenen gemeinsamen Aktionen wie z.B. dass Interkulturelle Fest 2012 in Heide erfolgreich fortgesetzt.
Der Kommunalpräventive Rat der Stadt Brunsbüttel ist ein Netzwerk der Stadt Brunsbüttel, in dem weiterhin aktiv mitgearbeitet wurde.
Es wurden im Rahmen des Integrationskonzeptes des Kreises drei Runde Tische in Heide, Meldorf und Brunsbüttel gegründet, die als Netzwerke der Integration in den Städten und Umgebung sich organisiert haben.


5.  Stellungnahme zum Gender Mainstream in unserer Arbeit

Die Sozialanalyse zeigt, dass das Angebot des JMD von weiblichen und männlichen Jugendlichen fast in gleichermaßen in Anspruch genommen wird: 113 weibliche und 97 männliche Betreute.
Die Gruppenangebote werden öfter von weiblichen Jugendlichen angenommen - 128 und 101 bei männlichen.

Wir nehmen unsere Klienten in ihrer jeweiligen Eigenart so an, wie sie sind und berücksichtigen ihre individuellen Bedürfnisse. Wir holen sie dort ab, wo sie auch in Ihrer Geschlechterrolle stehen und bringen sie, wenn es von ihnen erwünscht wird, weiter und ermöglichen ihnen den Zugang zu entsprechenden Angeboten.
Wir bemühen uns, in allen Aktivitäten, d.h. für uns besonders Einzel- und Familienberatungen, um eine Berücksichtigung der Geschlechteridentitäten.


6. Zusammenfassung und Ausblick

Wie aus der JMD-Statistik hervorgeht, arbeiten wir mit neu zugewanderten Jugendlichen, im vergangenen Jahr waren 61,6% weniger als 2 Jahre in Deutschland, aber Jugendliche, die schon länger in Deutschland leben, nehmen die Beratungsstelle auch in Anspruch. Für die Gruppenangebote gibt es keine zusätzlichen Mittel und das ist sehr schade, da die Gruppenangebote das Case-Management unterstützen und die individuelle Zielerreichung fördern. Persönliche Ansprache und persönliche Bindung sind sehr wichtig für das Case-Managementverfahren. Nach unseren Erfahrungen kann man durch Hausbesuche ein besseres Vertrauensverhältnis zu den Familien und speziell auch zu den Jugendlichen aufbauen.
Integration scheitert oft an den Rahmenbedingungen (zu wenig Ausbildungs- und Arbeitsplätze).
Mit dem Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes und der damit einhergehenden Umsetzung des Integrationskurskonzeptes wird uns durch das BMFSFJ im geänderten Rahmenkonzept nun der Auftrag für die sozialpädagogische Begleitung der Jugendlichen Kursteilnehmer/-innen übertragen. Für die jungen Zugewanderten ist es zweifellos sinnvoll, wenn ihr Weg durch eine Stelle kontinuierlich begleitet und unterstützt wird, und die begleitenden Akteure zum Austausch miteinander verpflichtet sind. Daher finden wir unseren Arbeitskreis Integrationskurse sehr hilfreich. Wir hoffen, dass das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen, dass in Kraft getreten ist, auch tatsächlich für eine Verbesserung der Anerkennung und auch zur Nachqualifizierung führen wird.

Zum Abschluss möchten wir noch bemerken, dass die im Bericht beschrieben Aufgaben in ihrer Vielzahl und in ihrem großen Umfang nur mit dem zusätzlichen Einsatz der Teilzeitkräfte und der Ehrenamtlichen bewältigt werden konnten.
Wir sind allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihre Unterstützung sehr dankbar.


Viktor Schmidt
Diplom Sozialpädagoge 

Meldorf, im Februar 2013

[ ep, 26.03.2013 21:48 ]
[ ep, 26.03.2013 21:55 ]
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