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Diakonisches Werk Dithmarschen
Ev.-Luth. Kirchenkreis Dithmarschen

[MIGRATIONSSOZIALBERATUNG :: Jugendmigrationsdienst]

Jahresbericht 2015

  

Jahresbericht

Jugendmigrationsdienst Meldorf 2015

 

 

1. Ausgangssituation

 

Im Jugendmigrationsdienst (JMD) des Diakonischen Werkes Dithmarschen war 2015 weiterhin ein hauptamtlicher Mitarbeiter-Viktor Schmidt in Vollzeit tätig, der von einer Hilfskraft Malgorzata Dabrowska und ab 01.07.2015 Anna Maszka über eine ein-Euro-Job-Maßnahme unterstützt wurde.

Die Arbeit des JMD erfolgte zusammen mit der Migrationssozialberatungsstelle (MSB) für erwachsene Zuwanderer – eine hauptamtliche Mitarbeiterin-Anja Döhren mit einer Vollzeitstelle und zwei hauptamtliche Mitarbeiterin-Natalia Jutschkow und Yuliya Ivanchenko, dir für die Betreuung von Alleinreisenden Asylbewerber und Familien ohne minderjährigen Kindern zuständig waren.

Dazu gehören auch 12 ehrenamtliche Mitarbeiter und die Projekte „Sprachpartnerschaften“ und „Sprachförderung“.

Es wird eng mit den Mitarbeiterinnen der Migrationssozialberatungsstelle des Diakonischen Werkes Dithmarschen und mit der Betreuern der Asylbewerber zusammen gearbeitet. So wird auch Urlaubs- und Krankheitsvertretung gewährleistet.

Ebenfalls werden gemeinsame Teamsitzungen durchgeführt. Die Beratungen werden nach vorheriger Terminvereinbarung in Meldorf jeden Tag von 8.00 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 16.00 Uhr.

In Heide dienstags von 9.00 bis 13.00 Uhr und von 14:00 bis 16:00 Uhr,

in Brunsbüttel montags von 14.00 bis 16.00 Uhr, sonst nach Vereinbarung, durchgeführt.

     Der Zuständigkeitsbereich des JMD erstreckte sich auf den gesamten Kreis Dithmarschen.

Der JMD befindet sich im „Haus der Diakonie und Kirche“ sehr zentral gelegen und mit dem ÖPNV sehr gut erreichbar.

Hier steht für die Arbeit des JMD im Erdgeschoß ein ca. 20 m² großes helles Büro zur Verfügung mit Telefon, Computer, Internetanschluss und Beratungstisch.

Für die Hilfskräfte gibt es ebenfalls ein ca. 10 m² Büro mit Telefon und Computer, Internetanschluss und Beratungstisch. Neben den Büros befindet sich ein Raum mit einem Kopierer, Fax und Scanner.


Für die Dienstfahrten steht uns ein VW Golf zur Verfügung, für die mobile Kommunikation nutzen wir das Diensthandy.

Im Jahre 2015 konnten wir ein Notebook für den JMD in Meldorf besorgen.

 

2. Ziele

 

Oberstes Ziel der Arbeit des JMD Meldorf ist es, die Integrationschancen junger Migranten in ihrem Lebensumfeld soweit zu verbessern, dass sie in der Lage sind, in den einzelnen Lebenssystemen unserer Gesellschaft, wie z.B. Sprache, Schule, Ausbildung, Beruf, Soziales, ohne fremde Hilfe am Leben teilzunehmen und gleiche Chancen wie einheimische junge Menschen zu haben. Darüber hinaus sollen sie motiviert und befähigt werden zur aktiven Teilhabe in allen Bereichen des sozialen, kulturellen und politischen Lebens unserer Gesellschaft.

Dazu ist es notwendig, dass der JMD und sein Angebot bei der Klientel und seinen Angehörigen, bei Netzwerkpartnern und weiteren im Kontakt mit jungen Migranten stehenden Personen und Institutionen, aber auch in der eigenen Organisation bekannt ist und als Einrichtung zur Begleitung von jungen Migranten bei der Integration in unsere Gesellschaft sowie als ihre Interessenvertretung wahrgenommen, akzeptiert und in Anspruch genommen wird. Dies bedingt wiederum, dass unsere Aufnahmegesellschaft und ihre Vertreter, aber auch junge Migranten selbst bereit und in der Lage sind, sich interkulturelle Kompetenz anzueignen.

Hierzu bietet der JMD Maßnahmen zur Vermittlung beiderseitiger interkultureller Kompetenz an.

 

 

3. Klientel

 

3.1. Statistik

 

Im Berichtsjahr 2015 (Vergleichszahlen 2014 in Klammern) wurden insgesamt 209 (212) Jugendliche aus 25 (27) Staaten betreut. 91 (112) weibliche und 118 (100) männliche. Es kamen 56 (25,5%) zugewanderte Deutsche mit Migrationshintergrund.

43 Jugendliche sind neu zur Beratung gekommen, davon kamen 37 neu nach Deutschland. Es kamen 3 jugendliche Ausländer im Wege der Familienzusammenführung, 29 Flüchtlinge und 5 aus EU Ländern.

 

157 (75%) Jugendlichen lebten bis zu 2 Jahre in Deutschland und 52 (25%) länger als zwei Jahre.

In 2014 142 (67%) der Jugendlichen lebten bis zu zwei Jahre in Deutschland und 70 (33%) länger als zwei Jahre.

Rund 10% unserer Jugendlichen befanden sich in Schule und 8,0% in Ausbildung. 11,5% waren berufstätig, 4,3% besuchten einen Integrationskurs und 37% waren arbeitslos.

 

3.2. Problemlagen und Hintergründe

 

In Fortsetzung der Entwicklung der Vorjahre ist der Anteil der Spätaussiedler und ihrer Angehörigen weiterhin zurückgegangen, die größte Gruppe unserer Klientel stellen ausländische Migranten aus dem afghanisch-iranischen sowie syrischem Raum, aber auch aus den neuen EU Staaten kamen vermehrt Jugendliche zu uns in die Beratungsstelle.

Weitere Personenkreise stellten nachgezogene ausländische Ehegatten und Migranten.

Insbesondere das Aufenthaltsgesetz mit seinen Ausführungsbestimmungen bereitete unseren Jugendlichen Probleme. Das Hauptproblem dabei ist die Absolvierung des Sprachtestes Start Deutsch A1, an dieser Anforderung scheitern etliche Ehen.

Zur adäquaten Beratung und Begleitung sind auch andere Sprach-und Kulturkompetenzen als wir bislang benötigten notwendig, die wir uns auch weiterhin mit Hilfe unseren Sprachpartnern und Dolmetschern aneignen.

Seit November dieses Jahres haben Jugendliche Asylbewerber aus Syrien, Eritrea, Iran und Irak einen Anspruch auf Sprachförderung, aber so richtig in Genuss der Sprachförderung konnten sie noch nicht kommen.

Bei Flüchtlingen bereiteten oft fehlende oder extrem kurze Schulbildungen erhebliche Probleme in der Beratung und Suche nach Perspektiven vor, zumal unser Bildungs- und Förderungssystem nicht darauf eingestellt ist und kaum Alternativen oder Möglichkeiten für Lösungsansätze bietet.

Auch in unserem Kreis zeigt die Verteilung der Migrantenkinder auf die unterschiedlichen Schulformen ihre deutlich schlechteren Teilhabechancen im Vergleich zu hiesigen Jugendlichen. Daher halten wir die individuelle Begleitung der noch Schulpflichtigen (12-16 Jahre) und ihrer Eltern [Stärkung der Erziehungskompetenz] für auch sehr wichtig.

Im Bereich der beruflichen Bildung und Qualifizierung zeigt sich keine Verbesserung der Situation und der Chancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Hinzu kommt noch der Entwurf der Berufsfachschulverordnung des Ministeriums für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein. Nach dieser Verordnung sollen alle Bewerber der Berufsfachschule Englischkenntnisse auf der Niveaustufe A2 nachweisen.

Das heißt, dass berufschulpflichtige Migranten/-innen, die im Herkunftsland noch keinerlei Englischunterricht hatten und in Deutschland ihre Schulbildung an einer Berufsfachschule fortsetzen wollen, diese Voraussetzung gar nicht erfüllen können.

Das Hauptproblem sind die nicht ausreichenden Sprachkenntnisse. Nach dem Zuwanderungsgesetz haben alle Migranten/-innen mit dauerhaftem Aufenthaltsstatus Anspruch auf einen Integrationskurs. Wer sogar erfolgreich die B1-Prüfung besteht, hat keine ausreichenden Sprachkenntnisse um eine Ausbildung oder einen guten Arbeitsplatz zu finden.

Die Jugendlichen bleiben entweder arbeitslos oder sie erhalten Arbeit über Leihfirmen.

Es gab einen berufsbezogenen Sprachkurs im Rahmen des ESF-BAMF-Programms, an dem unter anderem auch Jugendliche teilgenommen haben. Und selbst da will man sich nicht auf das Niveau B2 festlegen.

Das Jobcenter schickt die Jugendlichen zu Maßnahmen, denen sie sprachlich nicht gewachsen sind. Dieses hat zur Folge, dass langsam die Motivation schrumpft, sodass man dann gerecht von Verweigerungshaltung sprechen kann.

 

 

4. Schwerpunkte der JMD Arbeit

 

4.1 Einzelfallbegleitungen durch das Verfahren des Case Managements

 

Im Jahre 2015 wurden 21 Jugendliche (14 Mädchen und 7 Jungen) im Rahmen des Case Managements intensiv betreut.

Die individuelle Begleitung und die Gruppenarbeit in diesem Zusammenhang haben sich für die Jugendlichen sehr bewährt und führten bei ihnen zur Verbesserung der Integrationschancen (in sprachlicher, schulischer, beruflicher und sozialer Hinsicht).

Besonderes Augenmerk wird hierbei auf den altersspezifischen Schwerpunkt der Schul- und Berufswegeplanung mit den hiermit stehenden Bereichen der Sprachförderung, der finanziellen und aufenthaltsrechtlichen Absicherung der Klientel, sowie im weiteren auf die Anerkennung ausländischer Bildungsnachweise, gesetzt.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Jugendlichen unsere Gesellschaft, ihre Werte, Normen und Spielregeln rechtzeitig kennenlernen.

Damit dies gelingen kann, übernehmen wir, insbesondere bei Neueingereisten, in Fortführung des Case Managements auch die Vermittlung und Begleitung in geeignete Schulen, Sprachkurse, Betriebe, zur Ausländerbehörde, zum Jobcenter und zu weiteren Fachdiensten, Sportvereinen und anderen einheimischen Gruppen.

Wir bereiten die Anerkennung ausländischer Bildungsnachweise durch das Bildungsministerium oder zuständige Kammern vor.

Der Bedarf an Begleitung durch das C-M Verfahren ist viel größer, aber durch die hohe Zahl von betreuten Jugendlichen, ist das nicht möglich.

Seit 01.06.2002 greift im Kreis Dithmarschen das Konzept des Landes Schleswig-Holstein zur Integration aller Zuwanderer. Somit sind die Migrationssozialberatungsstelle (MSB) und der Jugendmigrationsdienst (JMD) zu einer Anlaufstelle für alle Migranten/Migrantinnen geworden und seit 01.03.2014 wurde die Betreuung der allein reisenden Asylbewerber und Familien ohne minderjährige Kinder vom Kreis übernommen.

Über die Zuweisung der Spätaussiedler und ihrer Familienangehörigen werden wir rechtzeitig von dem Vertriebenenamt des Kreises Dithmarschen informiert, sodass wir nach der Ankunft der Familien sofort Kontakt zu ihnen aufnehmen, hauptsächlich durch Hausbesuche. Um die genaue Adresse zu erhalten, nehmen wir auch Kontakt zu jeder Gemeinde auf. Die Arbeit unserer Beratungsstelle wird von den Kommunen und Gemeinden sehr geschätzt, was sich auch durch finanzielle Unterstützung ausdrückt. Auf diesem beschriebenen Weg wurde Kontakt zu allen Jugendlichen aufgenommen, die im Jahr 2015 nach Dithmarschen neu zugewiesen wurden.

Der Zugang von Asylbewerbern und Ausländern wird, nach der Kooperationsvereinbarung mit der Ausländerbehörde, mit einem Pendelbrief, in dem die Zustimmung des Migranten/der Migrantin vorgesehen ist, uns mitgeteilt. Außerdem kommen Migranten/-innen über Mundpropaganda und Flyer, die bei der Ausländerbehörde, dem Jobcenter und den Integrationskursträgern ausliegen, zu uns. Sehr hilfreich ist hier der „Wegweiser für Migranten/-innen im Kreis Dithmarschen“, der von uns mitentwickelt wurde, um den Zugewanderten die Integration zu erleichtern und eine verbesserte Vernetzung der beteiligten Institutionen zu erreichen.

 

 

Im Rahmen der Gruppenarbeit wurden im Laufe des Jahres Veranstaltungen zu folgenden Themen organisiert:

  • Orientierungshilfen zu gesellschaftlichen und politischen Themen

  • Orientierungshilfen im Bildungs- und Ausbildungssystem

  • Ergänzendes Sprach- und Kommunikationstraining

  • Training sozialer Kompetenzen

 

4.2 Vermittlungen in Angebote für zugewanderte junge Menschen im örtlichen Netzwerk

 

Da wir sofort nach der Einreise der Jugendlichen, die Ankunft mitgeteilt bekommen, werden die Jugendlichen auch gleich von uns begleitet und betreut. Alle neu zugewanderten Jugendlichen und auch Bestandsausländer haben Informationen über die Integrationskurse und Einstufungstests erhalten. Wir haben uns in allen beginnenden Integrationskursen vorgestellt. Kooperationsvereinbarungen mit den Sprachkursträgern sind abgeschlossen worden, sodass wir die sozialpädagogische Betreuung auch während des Besuchs der Kurse gewährleisten. Spezielle Integrationskurse für Jugendliche sind im Jahre 2015 im Kreis Dithmarschen nicht durchgeführt worden (keine ausreichende Teilnehmerzahl). Insgesamt haben 4 Integrationskurse stattgefunden. An diesen haben 9 jugendliche Migranten/-innen teilgenommen. An den Standorten der Sprachkurse befindet sich entweder die Beratungsstelle (Meldorf) oder werden es im gleichen Ort (Heide, Brunsbüttel) wöchentliche Sprechstunden angeboten. Bei Bedarf führen wir auch Hausbesuche durch.

 

4.3. Stadtteilorientierung und interkulturelle Öffnung

 

Die Beratungsstelle des JMD, wie auch die Migrationssozialberatungsstelle ist in Meldorf angesiedelt. Die Stadt liegt im Zentrum des Kreises und ist von allen Orten auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen.

In Heide und Brunsbüttel, wo besonders viele Migranten/-innen leben, wird jeweils einmal in der Woche eine Sprechstunde durchgeführt.

In Brunsbüttel-Süd, wo besonders viele Migranten/-innen und sozial schwache Familien leben, besteht der vom JMD initiierte Mädchen- und Jungentreff weiterhin. Die Beratungsstelle ist bemüht, den Prozess der interkulturellen Öffnung der Angebote aller relevanten Dienste und Einrichtungen der sozialen Handlungsfelder weiter zu entwickeln.

Es besteht gute Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, einigen Polizeidienststellen, Familien- und Suchtberatungsstellen, Schuldnerberatung, Gesundheitsamt, Beratungsstellen für schwangere Frauen, Berufsbildungszentrum Dithmarschen usw.

 

 4.4. Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit

 

Die weiter stattfindende Sprechstunde in Brunsbüttel wird in den Räumlichkeiten der VHS angeboten.

Es wurden Dienste und Einrichtungen auf die Notwendigkeit interkultureller Öffnung aufmerksam gemacht. Über unseren Jahresbericht und unsere Teilnahme an den Runden Tischen, kommunalpräventiven Räten und Sitzungen des Lokalen Bündnisses für Familie wurden die Gemeinden auf die Lebenssituation junger Migranten/innen aufmerksam gemacht. Der JMD hat sich mit seiner Lobbyarbeit bei politischen Entscheidungen zur Verbesserung der Lebenssituation der Migranten/-innen eingesetzt.

In Zusammenarbeit mit der Pflegefachschule des Westküstenklinikums in Heide und der Regionalschule Brunsbüttel fanden jeweils Informationsveranstaltungen für die Schüler über unsere Arbeit, zum Thema Interkulturelles Leben und Integration statt.

 

Vom 04.09. bis zum 21.10.2015 wurden im Kreis Dithmarschen die Interkulturellen Wochen mit verschiedenen Veranstaltungen in Albersdorf, Meldorf, Brunsbüttel und Heide durchgeführt, an deren Planung und Durchführung sich viele Institutionen, sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer beteiligten.

Am 04.09.2015 wurde eine Fahrt in den Steinzeitpark AÖZA organisiert.

Das Interkulturelle Fest wurde in diesem Jahr wieder gemeinsam mit dem Kreis und Heider Bündnis für Familie organisiert, durchgeführt und gemeinsam mit vielen Besucherinnen und Besuchern am 17.10.2015 im Kreishaus in Heide gefeiert.

Außerdem wurde am 11.10.2015 ein interkulturelles Fest auch in Meldorf zum 750-Jährigen Stadtjubiläum durchgeführt

Alle Veranstaltungen erfreuten sich einer großen Besucherzahl und wurden von Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund gleichermaßen gut angenommen.

 

Das Projekt Sprachpartnerschaften in Dithmarschen hat sich weiterentwickelt. Ziel des Projektes ist die gegenseitige Unterstützung beim Spracherwerb und der kulturelle Austausch. Hierzu wurden mehrere Treffen mit den ehrenamtlichen Organisatoren und vier Veranstaltungen für die Sprachpartner durchgeführt. Zurzeit gibt es über 100 Sprachpartnerschaften, die bei Bedarf unterstützt und begleitet wurden. Herr Hans-Joachim Flicek, Frau Gaby Chantelau und Yuliya Ivanchenko leiteten als ehrenamtliche Koordinatoren das Projekt.

Sie bieten jeden Freitag von 11.00 bis 12.00 Uhr eine Sprechstunde für die Sprachpartner an.

 

Die vier ehrenamtlichen Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten mit ungesichertem Aufenthaltsstatus mit insgesamt 84 Teilnehmern in Heide, 75 Teilnehmern in Brunsbüttel und 25 Teilnehmern in Meldorf wurden weiterhin unterstützt, gefördert und erweitert.

Es sind noch Sprachkurse in Albersdorf, Lunden, Tellingstedt, Süderdeich und Büsum organisiert worden.

Der russische Kinderklub „Znajka“, der in Heide in der Sankt Georg Schule zweimal in der Woche stattfindet, hat sich weiter ausgebaut.

 

Der Treffpunkt für Migrantinnen und Migranten als gemeinsames niedrigschwelliges Angebot der Begegnung und Beratung in Zusammenarbeit mit der Brücke Dithmarschen wurde im Jahr 2015 erfolgreich weitergeführt. Einmal monatlich fanden Treffen in Heide mit verschiedenen Aktionen statt. Im Durchschnitt wurde der Treffpunkt monatlich von jeweils ca. 30 Personen aus verschiedenen Kulturkreisen besucht.

 

Die in 2011 von der Migrationssozialberatungsstelle initiierte und betreute Interkulturelle Frauen-Musikgruppe hat sich weiter ausgebaut, die sich einmal wöchentlich im Johann-Hinrich-Wichern-Haus in Meldorf zum Proben traf und bei verschiedenen Veranstaltungen auftrat.

 

4.5 Kooperation und Vernetzung

 

Die im Jahr 2005 erstmals abgeschlossene Kooperationsvereinbarung mit dem Jobcenter Dithmarschen wurde 2012 überarbeitet und den neuen Anforderungen angepasst, die trägt weiter für die gute Zusammenarbeit bei.

Außerdem hat die Kooperationsvereinbarung mit der Ausländerbehörde weiter für die Verbesserung der Zusammenarbeit beigetragen.

Für beide Vereinbarungen wurde ein entsprechender Pendelbrief eingeführt, in dem Daten und Informationen mit Einwilligung der Klienten zwischen den Beteiligten weitergeleitet werden können.

 

Der seit 2005 bestehende Arbeitskreis für Integrationskurse in Dithmarschen, dessen Geschäftsführung durch uns wahrgenommen wird, fand weiter durch zwei Treffen statt. Neben der Führung der gemeinsamen Wartelisten für Kursteilnehmer aller Kursträger beim Diakonischen Werk Dithmarschen, waren die sozialpädagogische Beratung einzelner Kursteilnehmer sowie die Hilfestellung bei Beantragung auf Zulassung zur Teilnahme an Integrationskursen und Fahrtkostenerstattung ans BAMF eine unserer Aufgaben. Die gute Vernetzung und die durch die Kooperationsvereinbarungen verbesserte Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure (Ausländerbehörde, Koordinator des BAMF, Jobcenter, Sprachkursträger und Migrationssozialberatungsstelle) sorgten für konstruktive Arbeitsergebnisse. Aus mangelnden Kapazitäten werden wir im nächsten Jahr die Koordinierung nicht mehr machen können.

Die Jährliche Jahrestagung der JMDs bietet eine gute Grundlage zum bundesweiten Austausch mit den anderen Kolleginnen und trägt zur Verbesserung der Arbeit bei.

 

Die regelmäßige Teilnahme am Arbeitskreis Sozialberatung, einem Treffen von Sozialberatern verschiedener Einrichtungen und Institutionen aus dem Kreis Dithmarschen, hat sich weiterhin als Möglichkeit des fachlichen Austausches und der Vernetzung auf kommunaler Ebene bewährt.

 

Das vom Landesverband des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein durchgeführte Treffen (4x jährlich) des Arbeitskreises Migration wurde als sinnvolle, arbeitsbereichernde Möglichkeit des übergeordneten Informationsaustausches genutzt.

In diesem Jahr hat sich auch die gute Zusammenarbeit mit den Sozialarbeitern des Berufsbildungszentrums Dithmarschen in Meldorf und Heide weiterentwickelt.

 

Die gute Zusammenarbeit mit der Schuldnerberatung Lichtblick e.V. sowie mit der Sozialberatungsstelle, der Suchtberatungsstelle und der Familienberatungsstelle des Diakonischen Werkes Dithmarschen hat sich weiterhin fortgesetzt.

Die Zusammenarbeit hat sich durch die Schulung zur interkulturellen Öffnung des Diakonischen Werkes noch verbessert und weiterentwickelt.

Seit September 2009 beteiligt sich die Migrationssozialberatung am Bündnis für Familie, einer Arbeitsgruppe zur Familienfreundlichen Stadtentwicklung in Heide, in Form der Mitarbeit in einer Unterarbeitsgruppe für Migrantinnen und Migranten. Diese Zusammenarbeit wurde in diesem Jahr unter anderem mit der Organisation und Durchführung von verschiedenen gemeinsamen Aktionen wie z.B. dass Interkulturelle Fest 2015 in Heide erfolgreich fortgesetzt.

Der Kommunalpräventive Rat der Stadt Brunsbüttel ist ein Netzwerk der Stadt Brunsbüttel, in dem weiterhin aktiv mitgearbeitet wurde.

Die im Rahmen des Integrationskonzeptes des Kreises gegründete Runde Tische in Heide und Brunsbüttel wurden weiter ausgebaut und haben sich als Netzwerke der Integration in den Städten und Umgebung organisiert.

In Heide wurden dazu noch Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen organisiert (z. B. AG Sprachförderung, AG Zusammenarbeit mit Schulen, Wegweiser für Migranten, Stark gegen Fremdfeindlichkeit und Rassismus und andere).

 

 

5. Stellungnahme zum Gender Mainstream in unserer Arbeit

 

Die Sozialanalyse zeigt, dass das Angebot des JMD von weiblichen und männlichen Jugendlichen fast in gleichermaßen in Anspruch genommen wird: 91 weibliche und 118 männliche Betreute.

Die Gruppenangebote werden öfter von weiblichen Jugendlichen angenommen - 33 und 26 bei männlichen.

 

Wir nehmen unsere Klienten in ihrer jeweiligen Eigenart so an, wie sie sind und berücksichtigen ihre individuellen Bedürfnisse. Wir holen sie dort ab, wo sie auch in Ihrer Geschlechterrolle stehen und bringen sie, wenn es von ihnen erwünscht wird, weiter und ermöglichen ihnen den Zugang zu entsprechenden Angeboten.

Wir bemühen uns, in allen Aktivitäten, d.h. für uns besonders Einzel- und Familienberatungen, um eine Berücksichtigung der Geschlechteridentitäten.


6. Stellungnahme zur Partizipation junger Menschen

 

Bei der Planung der Gruppenangebote und Veranstaltungen werden die Kinder und Jugendliche Beteiligt. Die Beteiligung fördert Bürgerschaftliches Engagement. Die ermöglicht die kritische Auseinandersetzung mit den vielfältigen Bedürfnissen der Jugendlichen. Die Beteiligung weckt das Verantwortungsbewusstsein.

Die Beteiligung mobilisiert eigene Stärken für Veränderungen und Mitsprache.

Die Beteiligung hilft dabei die Bedeutung des Engagements von Personen und Gruppen zur Durchsetzung von Interessen erkennen zu lernen.

Kinder und Jugendliche bringen Hinweise für die Planung und Umsetzung mit und damit werden Fehlplanungen vermieden.

Beteiligung fördert die nachhaltige Akzeptanz von Vorhaben.

 

 

7. Zusammenfassung und Ausblick

 

Die Statistik zeigt, dass die Zahl der betreuten Jugendlichen seit den letzten Jahren über 200 beträgt und der Bedarf ist noch viel höher, daher brauchen wir noch eine zweite Person um den Bedarf im Kreis Dithmarschen abzudecken.

Wie aus der JMD-Statistik hervorgeht, arbeiten wir mit neu zugewanderten Jugendlichen, im vergangenen Jahr waren 75% weniger als 2 Jahre in Deutschland, aber Jugendliche, die schon länger in Deutschland leben, nehmen die Beratungsstelle auch in Anspruch. Für die Gruppenangebote haben wir nach wie vor keine zusätzlichen Mittel und das ist sehr schade, da die Gruppenangebote das Case-Management unterstützen und die individuelle Zielerreichung fördern. Persönliche Ansprache und persönliche Bindung sind sehr wichtig für das Case-Managementverfahren. Nach unseren Erfahrungen kann man durch Hausbesuche ein besseres Vertrauensverhältnis zu den Familien und speziell auch zu den Jugendlichen aufbauen.

Integration scheitert oft an den Rahmenbedingungen (zu wenig Ausbildungs- und Arbeitsplätze).

Mit dem Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes und der damit einhergehenden Umsetzung des Integrationskurskonzeptes wird uns durch das BMFSFJ im geänderten Rahmenkonzept nun der Auftrag für die sozialpädagogische Begleitung der Jugendlichen Kursteilnehmer/-innen übertragen. Für die jungen Zugewanderten ist es zweifellos sinnvoll, wenn ihr Weg durch eine Stelle kontinuierlich begleitet und unterstützt wird, und die begleitenden Akteure zum Austausch miteinander verpflichtet sind. Daher finden wir unseren Arbeitskreis Integrationskurse sehr hilfreich. Wir hoffen, dass das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen auch tatsächlich für eine Verbesserung der Anerkennung und auch zur Nachqualifizierung führen wird, was bis jetzt nicht der Fall ist.

Auch immer mehr Jugendliche Asylbewerber kommen in unsere Beratungsstelle. Aus diesem Grund müssen, aus unserer Sicht, auch die Grundsätze der JMD Arbeit geändert werden.

 

Zum Abschluss möchten wir noch bemerken, dass die im Bericht beschrieben Aufgaben in ihrer Vielzahl und in ihrem großen Umfang nur mit dem zusätzlichen Einsatz der Teilzeitkräfte und der Ehrenamtlichen bewältigt werden konnten.

Wir sind allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihre Unterstützung sehr dankbar.

 

 

Viktor Schmidt                                                                         Meldorf, im Februar 2016

Diplom Sozialpädagoge

[ ep, 26.03.2013 21:48 ]
[ gw, 29.11.2016 08:41 ]
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