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Diakonisches Werk Dithmarschen
Ev.-Luth. Kirchenkreis Dithmarschen

[MIGRATIONSSOZIALBERATUNG :: Jugendmigrationsdienst]

Jahresbericht 2016


Jmd-signet

Jahresbericht


Jugendmigrationsdienst


Meldorf 2016



 I.                   Ausgangssituation

1. Angaben zum Standort des JMD

Der Kreis Dithmarschen hat insgesamt 134.100 Einwohner, davon haben 17.100 (12,4%) einen Migrationshintergrund, 7.000 von ihnen sind unter 25 Jahren. Im Jahre 2015 wurden dem Kreis 1.557 und im Jahr 2016 wurden 634 Asylbewerber zugewiesen. 43% sind unter 27 Jahren. Die Arbeitslosenquote ist mit 7,7% die höchste unter den Landkreisen in Schleswig-Holstein. Aus diesen Gründen ist es sehr schwer für Migranten einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle zu finden. Die meisten Migranten leben in den Städten Heide, Brunsbüttel und Meldorf.

2. Angaben zum JMD

Im Jugendmigrationsdienst (JMD) des Diakonischen Werkes Dithmarschen war 2016 weiterhin ein hauptamtlicher Mitarbeiter - Viktor Schmidt in Vollzeit tätig, der von einer Hilfskraft Arkan Assaf ab 01.06.2016 über eine 1-Euro-Job-Maßnahme unterstützt wurde. Die Arbeit des JMD erfolgte zusammen mit der Migrationsberatungsstelle (MBSH) für erwachsene Zuwanderer – eine hauptamtliche Mitarbeiterin-Anja Döhren mit einer Vollzeitstelle und ab 01.06.2016 zusätzlich mit zwei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen -
Natalia Jutschkow und Yuliya Ivanchenko mit jeweils ¾ Stellenanteilen und 13 Integrationsbetreuern, die für die Betreuung von Asylbewerbern zuständig waren.
Seit Januar 2016 wird vom Kirchenkreis eine halbe Stelle für die Koordinierung des Projektes „Sprachmittler“ finanziert. Die Religionspädagogin Monika Nikolei ist für diese Arbeit verantwortlich. Seit April 2016 wurde ein Projekt „Asylverfahrensberatung“ gestartet. Dafür wurde Frau Annemarie Binder mit einer 19,5 Stelle eingestellt. Dazu gehören auch 12 ehrenamtliche Mitarbeiter und die Projekte „Sprachpartnerschaften“ und „Sprachförderung“. 

Die Zusammenarbeit mit den ab 01.01.2016 eingestellten Integrationsbetreuern hat sich sehr gut gestaltet und im Laufe des Jahres weiterentwickelt. Sobald bei den Jugendlichen ein Beratungsbedarf bestand, wurden sie von den Integrationsbetreuern an den JMD weitergeleitet. Auch bei der Anerkennung des Asylverfahrens ist eine Übergabe des Jugendlichen an den JMD gewährleistet. Es wurde eng mit den Mitarbeiterinnen der Migrationsberatungsstelle des Diakonischen Werkes Dithmarschen und mit den Betreuern der Asylbewerber zusammengearbeitet. So wurde auch die Urlaubs- und Krankheitsvertretung gewährleistet.

Ebenfalls werden gemeinsame Teamsitzungen durchgeführt. Es werden offene Sprechstunden in Meldorf montags von 08:00 bis 13:00 Uhr, in Brunsbüttel von 09:00 bis 12:00 und von 14:00 bis 18:00, in Heide von 09:00 bis 13:00 und von 14:00 bis 16:00. Sonst werden die Beratungen nach vorheriger Terminvereinbarung durchgeführt.

Der Zuständigkeitsbereich des JMD erstreckte sich auf den gesamten Kreis Dithmarschen. Der JMD befindet sich im „Haus der Diakonie und Kirche“ sehr zentral gelegen und mit dem ÖPNV sehr gut erreichbar. Hier steht für die Arbeit des JMD im Erdgeschoß ein ca. 20 m² großes helles Büro zur Verfügung mit Telefon, Computer, Internetanschluss und Beratungstisch.

Für die Hilfskraft gibt es ebenfalls ein ca. 10 m² Büro mit Telefon und Computer, Internetanschluss und Beratungstisch. Neben den Büros befindet sich ein Raum mit einem Kopierer, Fax und Scanner. Für die Dienstfahrten steht uns ein VW Golf zur Verfügung, für die mobile Kommunikation nutzen wir das Diensthandy. Im Jahre 2016 konnten wir einen neuen Dienstwagen und ein neuen PC für den JMD in Meldorf besorgen.

Angaben zu Zahl und Struktur der begleiteten Jugendlichen

  1. (Auszüge aus der JMD-Statistik)


Im Berichtsjahr 2016 (Vergleichszahlen 2015 in Klammern) wurden insgesamt 212 (209) Jugendliche aus 25 (27) Staaten betreut. 81 (91) weibliche und 131 (118) männliche. Es kamen 46 (21,7%) zur Beratung zugewanderte Deutsche mit Migrationshintergrund.


8 Jugendliche sind neu zur Beratung gekommen, davon kamen alle neu nach Deutschland. Es kamen 1 jugendliche Ausländerin im Wege der Familienzusammenführung, 6 Flüchtlinge und 1 aus EU Ländern. Insgesamt wurden dem Kreis Dithmarschen im Jahr 2016 633 Asylbewerber zugewiesen, 260 von ihnen sind im Alter von 15 bis 27 Jahren das sind 41% von der Gesamtzahl. 169 sind Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren. Da die meisten noch im Asylverfahren sind, werden sie erstmal von den Integrationsbetreuern betreut. 62% von den Zugewiesenen haben eine gute Bleibeperspektive, das heißt, dass im nächsten Jahr ganz viele Jugendliche eine Anerkennung bekommen und Klienten des Jugendmigrationsdienstes werden. 

162 (76,4%) Jugendliche lebten bis zu 2 Jahre in Deutschland und 50 (23,6%) länger als zwei Jahre.


In 2015 lebten 157 (75%) der Jugendlichen bis zu zwei Jahre in Deutschland und 52 (25%) länger als zwei Jahre.  

Rund 9% unserer Jugendlichen befanden sich in Schule und 7,0% in Ausbildung. 12,3% waren berufstätig, 23,5% besuchten einen Integrationskurs und 27% waren arbeitslos.




  1. Schwerpunkte der JMD-Arbeit


1.                  Allgemeine Entwicklung

Über die Zuweisung der Spätaussiedler und ihrer Familienangehörigen werden wir rechtzeitig von dem Vertriebenenamt des Kreises Dithmarschen und über die Zuweisung der Asylbewerber von der Ausländerbehörde informiert, sodass wir nach der Ankunft der Jugendlichen sofort Kontakt zu ihnen aufnehmen, hauptsächlich durch Hausbesuche. Um die genaue Adresse zu erhalten, nehmen wir auch Kontakt zu jeder Gemeinde auf. Die Arbeit unserer Beratungsstelle wird von den Kommunen und Gemeinden sehr geschätzt, was sich auch durch finanzielle Unterstützung ausdrückt. Auf diesem beschriebenen Weg wurde Kontakt zu allen Jugendlichen aufgenommen, die im Jahr 2016 nach Dithmarschen neu zugewiesen wurden.

Der Zugang von Asylbewerbern und Ausländern wird, nach der Kooperationsvereinbarung mit der Ausländerbehörde, mit einem Pendelbrief, in dem die Zustimmung des Migranten/der Migrantin vorgesehen ist, uns mitgeteilt. Außerdem kommen Migranten/-innen über Mundpropaganda und Flyer, die bei der Ausländerbehörde, dem Jobcenter und den Integrationskursträgern ausliegen, zu uns. Sehr hilfreich ist hier der „Wegweiser für Migranten/-innen im Kreis Dithmarschen“, der von uns mitentwickelt wurde, um den Zugewanderten die Integration zu erleichtern und eine verbesserte Vernetzung der beteiligten Institutionen zu erreichen.

In Fortsetzung der Entwicklung der Vorjahre ist der Anteil der Spätaussiedler und ihrer Angehörigen weiterhin zurückgegangen, die größte Gruppe unserer Klientel stellen ausländische Migranten aus dem afghanisch-iranischen sowie syrischem Raum, aber auch aus den neuen EU Staaten kamen vermehrt Jugendliche zu uns in die Beratungsstelle. Weitere Personenkreise stellten nachgezogene ausländische Ehegatten und Migranten. Insbesondere das Aufenthaltsgesetz mit seinen Ausführungsbestimmungen bereitete unseren Jugendlichen Probleme. Das Hauptproblem dabei ist die Absolvierung des Sprachtestes Start Deutsch A1, an dieser Anforderung scheitern etliche Ehen. Zur adäquaten Beratung und Begleitung sind auch andere Sprach-und Kulturkompetenzen als wir bislang benötigten notwendig, die wir uns auch weiterhin mit Hilfe unseren Sprachpartnern und Sprachmittlern aneignen. Seit November letztes Jahres haben Jugendliche Asylbewerber aus Syrien, Eritrea, Iran Irak und Somalia einen Anspruch auf Sprachförderung und zurzeit sind ganz viele von ihnen in den Integrationskursen (50 der begleiteten Jugendlichen). Bei Flüchtlingen bereiteten oft fehlende oder extrem kurze Schulbildungen erhebliche Probleme in der Beratung und Suche nach Perspektiven, zumal unser Bildungs- und Förderungssystem nicht darauf eingestellt ist und kaum Alternativen oder Möglichkeiten für Lösungsansätze bietet. Auch in unserem Kreis zeigt die Verteilung das Migrantenkinder auf die unterschiedlichen Schulformen ihre deutlich schlechteren Teilhabechancen im Vergleich zu hiesigen Jugendlichen. Daher halten wir die individuelle Begleitung der noch Schulpflichtigen (12-16 Jahre) und ihrer Eltern [Stärkung der Erziehungskompetenz] auch für sehr wichtig. Im Bereich der beruflichen Bildung und Qualifizierung zeigt sich keine Verbesserung der Situation und der Chancen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Das Hauptproblem sind die nicht ausreichenden Sprachkenntnisse. Nach dem Zuwanderungsgesetz haben alle Migranten/-innen mit dauerhaftem Aufenthaltsstatus Anspruch auf einen Integrationskurs.


2.                  Darstellung der verschiedenen Schwerpunkte der Arbeit


    1.  Sozialpädagogische Beratung und Integrationsförderplanung

       

Ziele

  • Verbesserung der Integrationschancen (sprachliche, soziale, schulische und berufliche Integration)
  • Orientierung an den Ausgangslagen, Kompetenzen und Ressourcen junger Menschen mit Migrationshintergrund (MHG)

  • Förderung der Ressourcen der jugendlichen Migranten

  • Entgegenwirkung den Hemmnissen bei der Aufnahme und beim Aufenthalt

  • Einbeziehung des Umfeldes des jungen Menschen in die Beratung und Begleitung

Oberstes Ziel der Arbeit des JMD Meldorf ist es, die Integrationschancen junger Migranten in ihrem Lebensumfeld soweit zu verbessern, dass sie in der Lage sind, in den einzelnen Lebenssystemen unserer Gesellschaft, wie z.B. Sprache, Schule, Ausbildung, Beruf, Soziales, ohne fremde Hilfe am Leben teilzunehmen und gleiche Chancen wie einheimische junge Menschen zu haben. Darüber hinaus sollen sie motiviert und befähigt werden zur aktiven Teilhabe in allen Bereichen des sozialen, kulturellen und politischen Lebens unserer Gesellschaft. Dazu ist es notwendig, dass der JMD und sein Angebot bei der Klientel und seinen Angehörigen, bei Netzwerkpartnern und weiteren im Kontakt mit jungen Migranten stehenden Personen und Institutionen, aber auch in der eigenen Organisation bekannt ist und als Einrichtung zur Begleitung von jungen Migranten bei der Integration in unsere Gesellschaft sowie als ihre Interessenvertretung wahrgenommen, akzeptiert und in Anspruch genommen wird. Dies bedingt wiederum, dass unsere Aufnahmegesellschaft und ihre Vertreter, aber auch junge Migranten selbst bereit und in der Lage sind, sich interkulturelle Kompetenz anzueignen. Hierzu bietet der JMD Maßnahmen zur Vermittlung beidseitiger interkultureller Kompetenz an.

Aktivitäten

Aufgrund der Vielzahl von jungen Menschen mit MHG wurden im Rahmen der individuellen Integrationsförderung meistens kurzfristig angelegte, sozialpädagogische Beratungs-und Unterstützungsmaßnahmen angeboten. Es wurden insgesamt 198 Jugendliche mit MHG beraten. Die Beratungsthemen waren folgende:

  • Sozial-und ausländerrechtliche Fragen

  • Vermittlung in Sprachkurse und Maßnahmen

  • Unterstützung bei einer Ausbildung oder Arbeitsplatzsuche und Begleitung während der Ausbildung

  • Unterstützung bei der Anerkennung ausländischen Bildungsnachweise

Unterstützung bei Psychosozialen Problemen mit traumatischen Erfahrungen und Weiterleitung an zuständige Stellen.

 

Hinweis auf rechtzeitige Antragstellungen nach der Asylanerkennung und Unterstützung bei den Antragstellungen auf ALG II, auf Kindergeld, Elterngeld usw.

Ablauf des Asylverfahrens, Bedeutung der Anhörung und Vorbereitung zur Anhörung.

Aufklärung über die Einhaltung der Fristen und mögliche Rechtsmittel bei Ablehnung des Asylantrages. Unterstützung bei der Familienzusammenführung und bei der Wohnungssuche nach dem Eintreffen der Familie.

Aufklärung über die Möglichkeiten der Rückkehr und Weiterwanderung, Herstellung von Kontakten zur Wohlfahrtsverbänden in den Herkunftsländern.

Aufgrund dessen, dass im Jahre 2015 ganz viel Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind, wurden verschiedene Sprachkurse und Maßnahmen auch für noch nicht anerkannte Asylbewerber ins Leben gerufen.

Da wir eine Kooperationsvereinbarung mit allen Sprachkursträgern und mit den Jobcentern haben, konnten wir die Asylbewerber in diese vermitteln, das waren z. B. STAFF Kurse, BÜFA Kurse[SV1]  und verschiedene Maßnahmen. Nach der Anerkennung wurden die Flüchtlinge in die Integrationskurse vermittelt.

Außerdem haben wir vom Diakonischen Werk über Spendenmittel, Kollekten und Stiftung 2 Sprachkurse in Heide und Brunsbüttel für Jugendliche von 18 bis 27 Jahren, [SV2] die keinen Anspruch auf Integrationsförderung haben, organisiert.

Wir unterstützen die Jugendliche bei der Anerkennung der Schulzeugnisse und Diplomen.

Weil viele fluchtbedingt und unverschuldet kein Zeugnisdokument aus ihrem Herkunftsland im Original vorlegen können, können die dort erworbenen Kenntnisse nicht als gleichwertig anerkannt werden.

Daher gibt es eine Vereinbarung mit der Fachhochschule Westküste, dass die zweimal im Jahr eine kostenfreie TestAS-Prüfung in Arabisch, Deutsch und Englisch durchführen.

Der TestAS ist eine Studieneignungsprüfung, die im gewünschten Studienbereich eine Einschätzung möglich macht, ob eine Person tendenziell ausreichende Kenntnisse in der Wunschstudienrichtung aufweist. Das Prüfungszeugnis kann bei ausreichender Punktzahl an Hochschulen in Schleswig-Holstein sowie vielen anderen Bundesländern für eine Studienbewertung eingereicht werden.

Es wird auch ein Propädeutikum (Intensivkurs „Deutsch als Fremdsprache“) zur Studienvorbereitung angeboten.

Auch das Ministerium für Schule und Berufsbildung S-H bietet eine „Plausibilitätsprüfung“ in der Herkunftssprache der Flüchtlinge an, dadurch erwerben sie eine Zugangsberechtigung für einzelne Schularten.

Die Prüfungsbescheinigung kann auch für den Einstieg in Ausbildung und Arbeitsmarkt verwendet werden.

Im Jahre 2016 wurden 14 Jugendliche (8 Mädchen und 6 Jungen) im Rahmen des Case Managements intensiv betreut.

Die individuelle Begleitung und die Gruppenarbeit in diesem Zusammenhang haben sich für die Jugendlichen sehr bewährt und führten bei ihnen zur Verbesserung der Integrationschancen (in sprachlicher, schulischer, beruflicher und sozialer Hinsicht).

Besonderes Augenmerk wird hierbei auf den altersspezifischen Schwerpunkt der Schul- und Berufswegeplanung mit den hiermit stehenden Bereichen der Sprachförderung, der finanziellen und aufenthaltsrechtlichen Absicherung der Klientel, sowie im weiteren auf die Anerkennung ausländischer Bildungsnachweise, gesetzt.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Jugendlichen unsere Gesellschaft, ihre Werte, Normen und Spielregeln rechtzeitig kennenlernen.

Damit dies gelingen kann, übernehmen wir, insbesondere bei Neueingereisten, in Fortführung des Case Managements auch die Vermittlung und Begleitung in geeignete Schulen, Sprachkurse, Betriebe, zur Ausländerbehörde, zum Jobcenter und zu weiteren Fachdiensten, Sportvereinen und anderen einheimischen Gruppen.

Seit 01.06.2002 greift im Kreis Dithmarschen das Konzept des Landes Schleswig-Holstein zur Integration aller Zuwanderer. Somit sind die Migrationsberatungsstelle (MBSH) und der Jugendmigrationsdienst (JMD) zu einer Anlaufstelle für alle Migranten/Migrantinnen geworden und seit 01.01.2016 wurde die Betreuung der Asylbewerber, die dem Kreis zugewiesen worden, übernommen.

 Im Rahmen der Gruppenarbeit wurden im Laufe des Jahres Veranstaltungen zu folgenden Themen organisiert:

 Orientierungshilfen zu gesellschaftlichen und politischen Themen

  • Orientierungshilfen im Bildungs- und Ausbildungssystem

  • Ergänzendes Sprach- und Kommunikationstraining

  • Training sozialer Kompetenzen

     

    Erfahrungen und Ergebnisse

Wie schon erwähnt wurde, ist der Kreis Dithmarschen ein strukturschwacher Landkreis, trotzdem ist es uns gelungen 7 Jugendliche in Arbeit und 6 in Ausbildung zu vermitteln. Wir stellen auch weiter beim Diakonischen Werk Personen mit MHG über eine 1 € Job Maßnahme entweder durch das Sozialamt oder Jobcenter ein, um die weiter auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Zurzeit arbeiten 6 Personen über diese Maßnahme. Im Laufe des Jahres haben 50 Jugendliche den Integrationskurs besucht, außerdem konnten 43 jugendliche Asylbewerber mit einem unsicheren Aufenthaltsstatus die Sprachkurse vom Diakonischen Werk besuchen. Wir konnten 23 Jugendliche bei der Anerkennung der Schulzeugnisse und Diplomen unterstützen.

Schlussfolgerungen und Perspektiven

Der Bedarf an Begleitung durch das C-M Verfahren ist viel größer, aber durch die hohe Zahl von betreuten Jugendlichen, ist das nicht möglich gewesen, daher werden den Jugendlichen im Rahmen der individuellen Integrationsförderung meistens kurzfristig angelegte, sozialpädagogische Beratungs-und Unterstützungsmaßnahmen angeboten. Es wurden insgesamt 198 Jugendliche mit MHG beraten. Die Arbeit unserer Beratungsstelle wird von den Kommunen und Gemeinden sehr geschätzt, was sich auch dadurch ausdrückt, dass alle Städte und Ämter Kreisweit der Migrationsberatung des Diakonischen Werkes die Betreuung der neu zugewiesenen Asylbewerber anvertraut haben und diese Betreuung und Begleitung aus der Integrationspauschale finanzieren. Aus diesem Grund, dass die Anerkennung der Asylanträge vom BAMF zurzeit im Heilverfahren gemacht wird, gehen wir davon aus, dass die Zahl der Jugendliche, die die Beratung in Anspruch nehmen würden, sich noch mal gravierend erhöht.  

 



 

2.2 Integrationskursbegleitung

Ziele

  • Vermittlung der Jugendlichen in die laufenden Integrationskurse (IK)
  • Motivierung zur Teilnahme und regelmäßigem Besuch der IK

  • Sozialpädagogische Begleitung während des Sprachkurses

     

    Aktivitäten (Umsetzung)

    Aufgrund der Kooperationsvereinbarungen mit allen Integrationskursträgern, treffen wir uns regelmäßig in dem Arbeitskreis „Integrationskurse“, zu dem auch die Ausländerbehörde, die Jobcentern und der Koordinator vom BAMF dazu gehören.

Alle neu zugewanderten Jugendlichen und auch Bestandsausländer bekommen von uns die Informationen über die Integrationskurse und Einstufungstests. Wir stellen uns in allen beginnenden Integrationskursen vor und teilen den Kursteilnehmer mit, dass wir sie während der Teilnahme an den Integrationskursen sozialpädagogisch begleiten werden. Spezielle Integrationskurse für Jugendliche sind im Jahre 2016 im Kreis Dithmarschen nicht durchgeführt worden (keine ausreichende Teilnehmerzahl). Insgesamt haben 6 Integrationskurse stattgefunden. An diesen haben 50 jugendliche Migranten/-innen teilgenommen. An den Standorten der Sprachkurse befindet sich entweder die Beratungsstelle (Meldorf) oder werden es im gleichen Ort (Heide, Brunsbüttel) wöchentliche Sprechstunden angeboten. Bei Bedarf bieten wir auch Beratungen direkt bei den IK Trägern an.

Erfahrungen und Ergebnisse

Das Asylanerkennungsverfahren dauert von 3 Monaten (bei den Syrern) bis 3 Jahren bei den Afghanen. Nach der Anerkennung werden die Jugendliche vom IK Träger eingestuft, danach dauert die Wartezeit noch mal bis 3 Monate. Aus der praktischen Erfahrung bestehen nach 600 Stunden (ca. 8-10 Monate Unterricht nur 65-70% der Teilnehmer die B 1 Prüfung, das heißt, dass die 30-35% noch den Wiederholungskurs in Anspruch nehmen müssen. Da besteht wider eine Wartezeit bis ein entsprechender Kurs zusammenkommt, der Kurs von 300 Stunden dauert noch mal 3-4 Monate. Allein um das Zertifikat B 1 zu erlangen, braucht man Minimum 2 bis 3 Jahre und mit diesem Zertifikat kann man meistens noch keine Ausbildung anfangen. Jugendliche mit ungesichertem Aufenthaltsstatus haben überhaupt keinen Anspruch auf Integrationskurse. Es gab im Laufe des Jahres STAFF Kurse und Sprachkurse von der Bundesagentur für Arbeit, an denen auch Asylbewerber mit einem unsicheren Aufenthaltsstatus teilnehmen konnten, aber das war nur ein Tropfen auf den heißen Stein. 


Schlussfolgerungen und Perspektiven

Wer sogar erfolgreich die B1-Prüfung besteht, hat keine ausreichenden Sprachkenntnisse um eine Ausbildung oder einen guten Arbeitsplatz zu finden und um zu studieren braucht man mindestens C 1. Die Jugendlichen bleiben entweder arbeitslos oder sie erhalten Arbeit über Leihfirmen. Es gab einen berufsbezogenen Sprachkurs im Rahmen des ESF-BAMF-Programms, an dem unter anderem auch Jugendliche teilgenommen haben. Und selbst da will man sich nicht auf das Niveau B2 festlegen. Aus oben genannten Gründen war es uns wichtig 2 Kurse für Jugendliche unter 27 Jahren mit ungesichertem Aufenthaltsstatus anzubieten. Die Kurse sind auch mit 600 Stunden und mit B 1 Prüfung vorgesehen. Für Jugendliche, die im Herkunftsland studiert haben und hier studieren möchten gibt es die Möglichkeit an einem Intensivkurs „Deutsch als Fremdsprache“ zur Studienvorbereitung teilzunehmen. 


2.3 Projektarbeit

Ziele

  • Unterstützung der Jugendlichen Migranten bei der Bewältigung von Alltagsproblemen
  • Organisation und sprachliche Begleitung zu Ämtern, Behörden, Ärzten und medizinische Diensten

  • Übernahme der Sprachpartnerschaften und Regelmäßiger Austausch bei gemeinsamen Veranstaltungen

  • Förderung sozialer Kontakte, Vermittlung von Kontakten zur Sprachlichen, schulischen und beruflichen Eingliederung

Aktivitäten (Umsetzung)

Projekt „Sprachpartnerschaften“ (SP)

Wie schon beschrieben wurde, verzögert sich für viele Jugendliche der Weg der sozialen und beruflichen Integration. Entweder, weil sie auf Grund eines unsicheren Aufenthaltsstatus keinen Zugang zu einem Integrationskurs haben, oder weil ihnen nach einem Sprachkurs die praktische Übung im Gebrauch des Deutschen fehlt. Das Projekt SP wurde im Jahre 2011 gegründet und wird von den Jugendlichen immer mehr in Anspruch genommen. In einem Steckbrief beschreiben die Sprachpartner ihre Wünsche, Erwartungen an eine Sprachpartnerschaft und benennen eigene Eisatzmöglichkeiten. Die Mitarbeiter der Migrationsfachdienste und die Koordinatoren des Projektes laden passende Partner zu einem Erstgespräch ein. Es folgen weitere regelmäßige Treffen des Tandems entweder privat oder in den Räumen des Diakonischen Werkes, die der Koordinator vermittelt. Inhalte der Treffen ist die Übung und Wortschatzerweiterung der jugendlichen Migranten. Die Möglichkeiten reichen vom Unterricht bis zu gemeinsame Spaziergänge, Einkaufsbummel und Kino-, Konzert-oder Theaterbesuche. Die Jugendliche werden in Sport-und Kulturangebote vermittelt und unterstützt. Sie bekommen auch eine Unterstützung bei einer Maßnahme-oder Ausbildungssuche. Es werden gemeinsame Treffen und Cafés zum Austausch organisiert.  Das Projekt wird von 2 ehrenamtlichen Mitarbeiter des DW koordiniert, die auch eine Sprechstunde für die Sprachpartner anbieten.  


Projekt „Sprachmittler“

Das Projekt Sprachmittler wurde im Jahre 2015, als ganz viel Asylbewerber nach Dithmarschen kamen, ins Leben gerufen. Als Sprachmittler fungieren Migrantinnen und Migranten, die die neuen Ankömmlinge zusammen mit den Integrationsbetreuern zu Behörden, Ämtern und Ärzten begleiten. Die Sprachmittler bekommen für eine Einsatzstunde eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 15,-€, die Kosten werden entweder vom Amt, Jobcenter oder vom DW übernommen. Für dieses Projekt wurde ein Sprachmittler Fond gegründet, der von Spenden, Kollekten und Stiftungsmittel finanziert wird. Das Projekt wird von einer Hauptamtlichen Mitarbeiterin mit einer ½ Stelle des Kirchenkreises Dithmarschen koordiniert. Es werden auch Schulungen und Austauschtreffen der Sprachmittler organisiert. 

Erfahrungen und Ergebnisse

Durch das Projekt „Sprachpartnerschaften“ werden zurzeit 64 Jugendliche betreut und begleitet. Es werden gemeinsame Ausflüge und Veranstaltungen organisiert, z. B. Ausflug zum Multiwattforum, in den Steinzeitpark oder auch Exkursionen durch die Stadt. Die Sprachpartner unterstützen die Jugendliche bei der Integration in die deutsche Gesellschaft und die junge Migrantinnen bekommen dadurch auch mehr Chancen auf dem Ausbildung-und Arbeitsmarkt. Durch das Projekt „Sprachmittler“ werden die Jugendliche bei der Bewältigung den Alltagsproblemen unterstützt, es werden Kontakten zur Landsleuten, die schon länger in Deutschland leben, hergestellt. Der Sprachmittler Pol besteht zurzeit aus 42 Personen, die 10 verschieden Sprachen beherrschen. Die Jugendliche werden am Beispiel der Sprachmittler motiviert sich schneller hier zu integrieren.

Schlussfolgerungen und Perspektiven

Die beide Projekten sind eine gute Unterstützung den Migrationsfachdiensten bei der Beratung und Begleitung. Auch bei der Weiterleitung an andere Beratungsstellen und Fachdiensten, werden die Sprachmittler und Sprachpartner eingesetzt. Auch bei verschieden Veranstaltungen, Runden Tischen und Begegnungen werden die Sprachmittler eingesetzt und die Sprachpartner begleiten die Jugendliche und Unterstützen sie dabei. Das Problem besteht darin, dass beide Projekte nur durch Spenden, Kollekten usw. aufrechterhalten werden. Die Mittel einzuwerben, ist auch noch eine zusätzliche Arbeit für die Mitarbeiter der MFD, daher ist es immer schwer eine Perspektive über die Weiterführung diesen Projekten aufzubauen. 

2.4. Öffentlichkeitsarbeit und interkulturelle Öffnung

Ziele

  • Imagepflege
  • Kommunikation der Ziele

  • Vertrauensbildung und Steigerung des Bekanntheitsgrades des Jugendmigrationsdienstes

  • Verankerung der Kulturellen Vielfalt und Freiheit von Diskriminierung als Werte und als Bestandteile evangelischen Profils

  • Erhöhung des Anteils der Mitarbeiter mit Migrationshintergrund, besonders nicht christlichen Glaubens in der Diakonie, Kirche und Kommunen

     

    Aktivitäten (Umsetzung)

     

    Der JMD ist ein Bestandteil des Migrationsfachdienstes des Diakonischen Werkes Dithmarschen, der wiederrum die einzige spezifische Beratungsstelle für Migranten im Kreis Dithmarschen ist.

    Die Angebote der MFD werden über die Homepage, Presse, Flyer und verschiedene

    Veranstaltungen bekannt gemacht.

     

    Die weiter stattfindende Sprechstunde in Brunsbüttel wird in den Räumlichkeiten der Stadt Brunsbüttel angeboten, wo auch die Integrationsbetreuer ihren Sitz haben.

    Zusammen mit der Seemannsmission und der Stadt Brunsbüttel wurde das Fest der Kulturen organisiert und durchgeführt.

    Über unseren Jahresbericht und unsere Teilnahme an den Runden Tischen, kommunalpräventiven Räten und Sitzungen des Lokalen Bündnisses für Familie wurden die Kommunen auf die Lebenssituation junger Migranten/innen aufmerksam gemacht. Der JMD hat sich mit seiner Lobbyarbeit bei politischen Entscheidungen zur Verbesserung der Lebenssituation der Migranten/-innen eingesetzt.

In Zusammenarbeit mit der Pflegefachschule des Westküstenklinikums in Heide und der Regionalschule Brunsbüttel fanden jeweils Informationsveranstaltungen für die Schüler über unsere Arbeit, zum Thema Interkulturelles Leben und Integration statt. Vom 25.09. bis zum 01.10.2016 wurden im Kreis Dithmarschen die Interkulturellen Wochen mit verschiedenen Veranstaltungen durchgeführt. Das Interkulturelle Fest wurde in diesem Jahr wieder gemeinsam mit dem Kreis und Heider Bündnis für Familie organisiert, durchgeführt und gemeinsam mit vielen Besucherinnen und Besuchern am 01.10.2016 im Kreishaus in Heide gefeiert. Alle Veranstaltungen erfreuten sich einer großen Besucherzahl und wurden von Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund gleichermaßen gut angenommen.

Das Projekt Sprachpartnerschaften in Dithmarschen hat sich weiterentwickelt. Ziel des     Projektes ist die gegenseitige Unterstützung beim Spracherwerb und der kulturelle Austausch. Hierzu wurden mehrere Treffen mit den ehrenamtlichen Organisatoren und zwei Veranstaltungen für die Sprachpartner durchgeführt. Zurzeit gibt es über 100 Sprachpartnerschaften, die bei Bedarf unterstützt und begleitet wurden. Herr Hans-Joachim Flicek, Frau Gaby Chantelau und Yuliya Ivanchenko leiteten als ehrenamtliche Koordinatoren das Projekt. Es wurde jeden Freitag von 11.00 bis 12.00 Uhr eine Sprechstunde für die Sprachpartner angeboten.

Die vier ehrenamtlichen Sprachkurse für Migrantinnen und Migranten mit ungesichertem Aufenthaltsstatus mit insgesamt 64 Teilnehmern in Heide, 42 Teilnehmern in Brunsbüttel und 18 Teilnehmern in Meldorf wurden weiterhin unterstützt, gefördert und erweitert. Es wurden noch Sprachkurse in Albersdorf, Lunden, Tellingstedt, Süderdeich, Barlt, Burg und Büsum durchgeführt. Außerdem hat der JMD zwei Integrationskurse für Flüchtlinge unter 27 Jahren mit einem unsicheren Aufenthaltsstatus in Brunsbüttel und Heide organisiert.  

Der Treffpunkt für Migrantinnen und Migranten als gemeinsames niedrigschwelliges Angebot der Begegnung und Beratung in Zusammenarbeit mit der Brücke Dithmarschen wurde im Jahr 2016 erfolgreich weitergeführt. Einmal monatlich fanden Treffen in Heide mit verschiedenen Aktionen statt. Im Durchschnitt wurde der Treffpunkt monatlich von jeweils ca. 30 Personen aus verschiedenen Kulturkreisen besucht.

Die Beratungsstelle ist bemüht, den Prozess der interkulturellen Öffnung (IKÖ) der Angebote aller relevanten Dienste und Einrichtungen der sozialen Handlungsfelder weiter zu entwickeln. Es wurden Dienste und Einrichtungen auf die Notwendigkeit IKÖ aufmerksam gemacht. Auf die Initiative des MFD wurde im Rahmen des EIF-Kooperationsprojekts IKÖ-Prozesse im Diakonischen Werk Dithmarschen von 2013 bis 2015 durchgeführt. An dem Projekt waren alle Mitarbeiter und alle Beratungsstellen des Diakonischen Werkes Dithmarschen beteiligt. Am 14 Juli 2015 wurde das Konzept zur IKÖ des DWD beschlossen. Es wurde ein Runder Tisch zur IKÖ des DWD gegründet, die Sitzungen werden zwei Mal im Jahr durchgeführt. Die letzte Sitzung hat am 26.10.2016 zum Thema Islam stattgefunden. Zurzeit ist der Kirchenkreis Dithmarschen dabei das Projekt zur IKÖ durchzuführen.  

Erfahrungen und Ergebnisse

Das DWD führt seit 1990 die Migrationsberatung im Kreis durch, die Zahl der Mitarbeiter in dem MFD ist von einer Person bis auf 19 Personen gestiegen. 14 von denen haben einen Migrationshintergrund und 8 Mitarbeiter haben den muslimischen Glauben. Durch die Langjährige Arbeit im Migrationsbereich und guten Ruf im Kreis konnte das DWD die Kommunen überzeugen und der MFD von allen Gemeinden und Städten Kreisweit den Auftrag erhalten die Betreuung der neu zugewiesenen Asylbewerber über die Aufnahme-und Integrationspauschale des Landes zu übernehmen. Es wurden 13 Integrationsbetreuer beim MFD eingestellt. Außerdem haben im letzten Jahr 6 Personen eine ein Euro Job Maßnahme beim MFD absolviert.

Schlussfolgerungen und Perspektiven

Der JMD und der MFD konnten die Darstellung des breiten, an den Anforderungen von Ratsuchenden ausgerichteten Angebotsspektrum, ausbauen. Systematische und auf längere Zeit ausgerichtete Kooperationsvereinbarungen machen ergänzende Aussagen zu:

  • Zuständigkeiten, Aufgabenverteilung und Regelung der Schnittstellen
  • Vereinbarungen zum Informationsaustausch

  • Dokumentation der erbrachten Leistungen entsprechend der Vorgaben.

  • Die Kooperationsvereinbarung mit der Ausländerbehörde wird in Kopie beigefügt.

Es müssen weitere Gespräche mit den Ämtern, Städten und dem Kreis über der Verlängerung der Verträge zur Betreuung der Asylbewerber durch die Integrationsbetreuer des MFD geführt werden.

2.5 Kooperationspartner/ Netzwerkarbeit

Ziele

  • Das Netzwerk wird vom MFD aktiv mitgestaltet
  • Die Beziehung und die Zusammenarbeit mit Partnern wird ausgewogen zum Vorteil aller Beteiligten gestaltet

  • Der MFD ist informiert über relevante Angebote und Aktivitäten

  • Die Angebote des MFD sind im Netzwerk kommuniziert

  • Die Kommunikation wird abgestimmt

     

    Aktivitäten (Umsetzung)

     

    Seit 2016 gibt es beim Kreis zwei Personen die alle Angebote für Migranten koordinieren.

    Es wurde auf der Homepage des Kreises unter Integration Dithmarschen eine Integrationslandkarte etabliert, da werden alle Angebote und Veranstaltungen für Personen mit MHG eingetragen.

    Es gibt im Kreis auch einen Sozialatlas, in dem es ein Titel „Menschen mit Migrationshintergrund / Ausländerinnen und Ausländer“ gibt.

    Außerdem werden von der Koordinierungsstelle des Kreises wöchentlich an alle Kooperationspartner Informationen zu den Themen Migration und Integration weitergeleitet.

    Auf unserer Homepage werden die Angebote des MFD des DWD veröffentlicht. Auch auf dem Familienportal des Kreises werden alle Angebote dargestellt.

    Die im Jahr 2005 erstmals abgeschlossene Kooperationsvereinbarung mit dem Jobcenter Dithmarschen wurde 2012 überarbeitet und den neuen Anforderungen angepasst, die trägt weiter für die gute Zusammenarbeit bei.

    Außerdem hat die Kooperationsvereinbarung mit der Ausländerbehörde weiter für die Verbesserung der Zusammenarbeit beigetragen.

    Für beide Vereinbarungen wurde ein entsprechender Pendelbrief eingeführt, in dem Daten und Informationen mit Einwilligung der Klienten zwischen den Beteiligten weitergeleitet werden können.

     

    Der seit 2005 bestehende Arbeitskreis für Integrationskurse in Dithmarschen, fand weiter durch zwei Treffen statt.

    Die Jährliche Jahrestagung der JMDs bietet eine gute Grundlage zum bundesweiten Austausch mit den anderen Kolleginnen und trägt zur Verbesserung der Arbeit bei.

     

    Die regelmäßige Teilnahme am Arbeitskreis Sozialberatung, einem Treffen von Sozialberatern verschiedener Einrichtungen und Institutionen aus dem Kreis Dithmarschen, hat sich weiterhin als Möglichkeit des fachlichen Austausches und der Vernetzung auf kommunaler Ebene bewährt.

     

    Das vom Landesverband des Diakonischen Werkes Schleswig-Holstein durchgeführte Treffen (4x jährlich) des Arbeitskreises Migration wurde als sinnvolle, arbeitsbereichernde Möglichkeit des übergeordneten Informationsaustausches genutzt.

In diesem Jahr hat sich auch die gute Zusammenarbeit mit den Sozialarbeitern des Berufsbildungszentrums Dithmarschen in Meldorf und Heide weiterentwickelt. Die gute Zusammenarbeit mit der Schuldnerberatung Lichtblick e.V. sowie mit der Sozialberatungsstelle, der Suchtberatungsstelle und der Familienberatungsstelle des Diakonischen Werkes Dithmarschen hat sich weiterhin fortgesetzt. Die Zusammenarbeit hat sich durch die Schulung zur interkulturellen Öffnung des Diakonischen Werkes noch verbessert und weiterentwickelt.

Seit September 2009 beteiligt sich der MFD am Bündnis für Familie, einer Arbeitsgruppe zur Familienfreundlichen Stadtentwicklung in Heide, in Form der Mitarbeit in einer Unterarbeitsgruppe für Migrantinnen und Migranten. Diese Zusammenarbeit wurde in diesem Jahr unter anderem mit der Organisation und Durchführung von verschiedenen gemeinsamen Aktionen wie z. B. dass Interkulturelle Fest 2016 in Heide erfolgreich fortgesetzt.

Der Kommunalpräventive Rat der Stadt Brunsbüttel ist ein Netzwerk der Stadt Brunsbüttel, in dem weiterhin aktiv mitgearbeitet wurde. Die Stadt Brunsbüttel hat außerdem eine Person für die Koordinierung aller Angebote für Migranten eingestellt. Seit einem Jahr existiert der Integrationstreff in Brunsbüttel, der wurde von dem Verein „Brunsbüttel hilft“ ins Leben gerufen. Mit dem Verein arbeiten wir auch eng zusammen. Wie auch im letzten Jahr wurde zusammen mit dem KPR, Seemannsmission und der Stadt Brunsbüttel am 21.05.2016 ein Fest der Kulturen durchgeführt. Die im Rahmen des Integrationskonzeptes des Kreises gegründete Runde Tische in Heide und Brunsbüttel wurden weiter ausgebaut und haben sich als Netzwerke der Integration in den Städten und Umgebung organisiert. In Heide wurden dazu noch Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen organisiert (z. B. AG Sprachförderung, AG Zusammenarbeit mit Schulen, Wegweiser für Migranten, Stark gegen Fremdfeindlichkeit und Rassismus und andere). 


Erfahrungen und Ergebnisse

Aus den beschriebenen Aktivitäten folgt, dass die kreisweite Angebote dem MFD bekannt sind und er macht seine Angebote Transparent. Die Mitarbeitenden stimmen sich regelmäßig mit anderen Akteuren ab. Die Mitarbeitenden nutzen Erkenntnisse und Informationen aus diesem Netzwerk für ihre Arbeit. Die Regionaldienste (im Netzwerk) sind für die gesamte Wohnbevölkerung geöffnet. Die Mitarbeitenden reflektieren die Zusammenarbeit und achten auf die Förderung der interkulturellen Kompetenz im Netzwerk.  


Schlussfolgerungen und Perspektiven

Da die regionalen Angebote in dem Netzwerk bekannt sind, findet auch eine Bedarfsgerechte Vermittlungen der Ratsuchenden statt. Durch die Flüchtlingspastorin konnte die Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden und Gemeinderäten ausgebaut werden. Die meisten ehrenamtlichen Sprachkurse des MFD werden in den Kirchengemeinden durchgeführt. Alle drei Integrationskurse, die der MFD organisiert hat finden auch in den Kirchengemeinden, die Räumlichkeiten werden kostenlos zur Verfügung gestellt.  Die Kooperationsvereinbarungen mit den Jobcentern und der Ausländerbehörde müssen aktualisiert werden.  

IV.       Stellungnahme zum Gender Mainstreaming

Die Sozialanalyse zeigt, dass das Angebot des JMD mehr von männlichen Jugendlichen in Anspruch genommen wird: 81 weibliche und 131 männliche Betreute. Das hängt damit zusammen, dass im Jahre 2015 neu eingereiste meist männliche Jugendliche waren.  Die Gruppenangebote werden öfter von weiblichen Jugendlichen angenommen - 33 und 26 bei männlichen. Es gibt im Kreis Dithmarschen keine spezifischen Integrationskurse für Frauen, falls das auch angestrebt würde, müssten die Frauen ca. ein Jahr warten, bis ein Kurs zustande kommt. Es gibt aber zwei ehrenamtliche Sprachkurse für Frauen mit Kinderbetreuung. Ein Kurs läuft beim DW in Meldorf, der andere in der St. Georg Schule in Heide. Wir nehmen unsere Klienten in ihrer jeweiligen Eigenart so an, wie sie sind und berücksichtigen ihre individuellen Bedürfnisse. Wir holen sie dort ab, wo sie auch in Ihrer Geschlechterrolle stehen und bringen sie, wenn es von ihnen erwünscht wird, weiter und ermöglichen ihnen den Zugang zu entsprechenden Angeboten.  Wir bemühen uns, in allen Aktivitäten, d.h. für uns besonders Einzel- und Familienberatungen, um eine Berücksichtigung der Geschlechteridentitäten. 


V. Stellungnahme zur Partizipation junger Menschen

Bei der Planung der Gruppenangebote und Veranstaltungen werden die Kinder und Jugendliche Beteiligt. Die Beteiligung fördert Bürgerschaftliches Engagement. Die ermöglicht die kritische Auseinandersetzung mit den vielfältigen Bedürfnissen der Jugendlichen. Die Beteiligung weckt das Verantwortungsbewusstsein. Die Beteiligung mobilisiert eigene Stärken für Veränderungen und Mitsprache. Die Beteiligung hilft dabei die Bedeutung des Engagements von Personen und Gruppen zur Durchsetzung von Interessen erkennen zu lernen. Kinder und Jugendliche bringen Hinweise für die Planung und Umsetzung mit und damit werden Fehlplanungen vermieden. Beteiligung fördert die nachhaltige Akzeptanz von Vorhaben.  


VI. Zusammenfassung und Ausblick

Die Statistik zeigt, dass die Zahl der betreuten Jugendlichen seit den letzten Jahren über 200 beträgt und der Bedarf ist noch viel höher, daher brauchen wir noch eine zweite Person um den Bedarf im Kreis Dithmarschen abzudecken. Wie aus der JMD-Statistik hervorgeht, arbeiten wir mit neu zugewanderten Jugendlichen, im vergangenen Jahr waren 76% weniger als 2 Jahre in Deutschland, aber Jugendliche, die schon länger in Deutschland leben, nehmen die Beratungsstelle auch in Anspruch. Für die Gruppenangebote haben wir nach wie vor keine zusätzlichen Mittel und das ist sehr schade, da die Gruppenangebote das Case-Management unterstützen und die individuelle Zielerreichung fördern. Persönliche Ansprache und persönliche Bindung sind sehr wichtig für das Case-Managementverfahren. Nach unseren Erfahrungen kann man durch Hausbesuche ein besseres Vertrauensverhältnis zu den Familien und speziell auch zu den Jugendlichen aufbauen. Integration scheitert oft an den Rahmenbedingungen (zu wenig Ausbildungs- und Arbeitsplätze). Mit dem Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes und der damit einhergehenden Umsetzung des Integrationskurskonzeptes wird uns durch das BMFSFJ im geänderten Rahmenkonzept nun der Auftrag für die sozialpädagogische Begleitung der Jugendlichen Kursteilnehmer/-innen übertragen. Für die jungen Zugewanderten ist es zweifellos sinnvoll, wenn ihr Weg durch eine Stelle kontinuierlich begleitet und unterstützt wird, und die begleitenden Akteure zum Austausch miteinander verpflichtet sind. Daher finden wir unseren Arbeitskreis Integrationskurse sehr hilfreich. Wir hoffen, dass das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen auch tatsächlich für eine Verbesserung der Anerkennung und auch zur Nachqualifizierung führen wird, was bis jetzt nicht der Fall ist.

Oberstes Ziel der Arbeit des JMD Meldorf ist es, die Integrationschancen junger Migranten in ihrem Lebensumfeld soweit zu verbessern, dass sie in der Lage sind, in den einzelnen Lebenssystemen unserer Gesellschaft, wie z.B. Sprache, Schule, Ausbildung, Beruf, Soziales, ohne fremde Hilfe am Leben teilzunehmen und gleiche Chancen wie einheimische junge Menschen zu haben. Darüber hinaus sollen sie motiviert und befähigt werden zur aktiven Teilhabe in allen Bereichen des sozialen, kulturellen und politischen Lebens unserer Gesellschaft.

Der JMD und sein Angebot sind bei der Klientel und seinen Angehörigen, bei Netzwerkpartnern und weiteren im Kontakt mit jungen Migranten stehenden Personen und Institutionen bekannt und wird als Einrichtung zur Begleitung von jungen Migranten bei der Integration in unsere Gesellschaft sowie als ihre Interessenvertretung wahrgenommen, akzeptiert und in Anspruch genommen. Dies bedingt wiederum, dass unsere Aufnahmegesellschaft und ihre Vertreter, aber auch junge Migranten selbst bereit und in der Lage sind, sich interkulturelle Kompetenz anzueignen. Hierzu bietet der JMD Maßnahmen zur Vermittlung beidseitiger interkultureller Kompetenz an. 

Zum Abschluss möchten wir noch bemerken, dass die im Bericht beschrieben Aufgaben in ihrer Vielzahl und in ihrem großen Umfang nur mit dem zusätzlichen Einsatz der Teilzeitkräfte und der Ehrenamtlichen bewältigt werden konnten. Wir sind allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihre Unterstützung sehr dankbar. 


 

Viktor Schmidt                                                                         Meldorf, im Januar 2017


Diplom Sozialpädagoge






[ ep, 26.03.2017 21:48 ]
[ gw, 31.03.2017 09:05 ]
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