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Diakonisches Werk Dithmarschen
Ev.-Luth. Kirchenkreis Dithmarschen

[MIGRATIONSSOZIALBERATUNG :: Migrationssozialberatung]

Jahresbericht 2007

Jahreslosung 2008: Jesus Christus spricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben." (Johannes 14,19).

Im Berichtszeitraum konnten mit ca. 600 Familien ähnlich viele Migranten erreicht werden wie in den vergangenen Jahren. Auch die Zahl der Beratungsgespräche war mit über 2.800 annähernd konstant, obwohl die neuzugewiesenen Spätaussiedler weiterhin weniger wurden. Diese Beratungen finden bei Hausbesuchen, in unseren Büros im Johann-Hinrich-Wichern-Haus in Meldorf, sowie im Rahmen der wöchentlichen Sprechstunden in Heide und Brunsbüttel statt.

Die personelle Situation in der Migrationsberatungsstelle war im Jahr 2007 stabil. Die Diplom Sozialpädagoginnen Sabine Kühl und Anja Döhren arbeiteten je auf einer 50% Stelle in der Beratung für Aussiedler und Ausländer. Der Diplom Sozialpädagoge Viktor Schmidt war weiterhin auf einer vollen Stelle im Jugendmigrationsdienst tätig. Bis zum 30.06. wurde das hauptamtliche Team durch Klara Scheck im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung unterstützt. Auch die Lehrerin Antje Müller engagierte sich wieder sehr stark ehrenamtlich in der Betreuung einer afrikanischen Familie und durch abendliche Sprechstunden für AsylbewerberInnen. Traumatisierte AusländerInnen hatten mit der Diplom Psychologin Sylvia Pögel eine engagierte und kompetente Gutachterin und Therapeutin.

Die im Folgenden beschriebenen Aufgaben konnten in ihre Vielzahl und in ihrem großen Umfang nur aufgrund von zusätzlichem Einsatz der Teilzeitkräfte und von Ehrenamtlichen bewältigt werden.

Im Laufe des Jahres konnten wir unterschiedliche Informationsveranstaltungen durchführen, z.B. mit Konfirmandengruppen und beim deutschen Frauenring. Außerdem berichteten wir in der KIK Runde (Netzwerk gegen häusliche Gewalt) und im Jugendhilfeausschuss über unsere Erfahrungen mit Migranten im Kreisgebiet. Die evangelische Kirchengemeinde in Albersdorf veranstaltete im März einen Tag der Integration, an dem wir umfangreich durch einen Vortrag, mit unserer Ausstellung und viele Gespräche über Migranten in Dithmarschen informieren konnten. Das interkulturelle Fest am Tag des Flüchtlings im September stand unter dem Motto „Zusammen stark sein". Mit einem bunten Programm aus Musik, Tanz, Informationen, Spaß für Kinder und natürlich auch kulinarischen Köstlichkeiten bot es vielfältige Begegnungsmöglichkeiten für die zahlreichen Besucher und Besucherinnen. Dies war der Höhepunkt für die Teilnehmenden des vierzehntägigen Treffpunktes für Migranten, den wir gemeinsam

mit der Brücke Dithmarschen veranstalten, als ein niedrigschwelliges Angebot der Begegnung und Beratung. Dies wird sich leider in Zukunft nicht mehr so fortsetzen lassen, weil die Brücke Dithmarschen umstrukturiert wird.

Im Sommer fand ein Sportfest in Albersdorf statt, bei dem 6 Fußball- und 7 Volleyballmannschaften aus ganz Schleswig-Holstein jeweils ein Turnier ausgetragen haben. Außerdem wurde auch Basketball gespielt.

Als weiterer Beitrag des Sports zur Integration ist die Sambo-Gruppe bei Tura Meldorf zu nennen. Hier konnten wir durch umfangreiche Werbung in Migrantenfamilien in Meldorf zum Erfolg beitragen.

Seit 2005 gibt es den Arbeitskreis für Integrationskurse in Dithmarschen, dessen Geschäftsführung durch uns wahrgenommen wird. Es wird eine gemeinsame Warteliste aller Kursträger beim Diakonischen Werk Dithmarschen geführt. Wir wandten uns mit einem Brief an unseren Bundestagsabgeordneten Jörn Thiessen, um auf die Notwendigkeit der Nachbesserung der Integrationskursverordnung hinzuweisen und konnten im Mai ein Gespräch mit ihm zu diesem Thema initiieren. Dies war insbesondere notwendig geworden, weil der Bundesagentur für Arbeit über das Bundesministerium untersagt worden war, Fahrtkosten für die Teilnahme an einem Integrationskurs zu übernehmen, wenn der Betreffende sich selber um die Teilnehme bemüht hatte oder von der Ausländerbehörde verpflichtet worden war. Damit war für einige Menschen z.B. aus Brunsbüttel die Teilnahme am Integrationskurs mit unzumutbaren Ausgaben (75,00 EUR für eine Monatskarte sind 24% vom Arbeitslosengeld II für einen Erwachsenen) verbunden. Glücklicherweise sind im Dezember positive Veränderungen in Kraft getreten.

Viele Sorgen haben wir uns im Berichtszeitraum wieder um Menschen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus gemacht. Nach dem Willen unseres Hauptgeldgebers, dem Land Schleswig-Holstein, sollen wir sie nur bei migrationsbedingten Krisen mit 3 bis 4 Gesprächen beraten. Häufig sind jedoch wesentlich umfangreichere Begleitungen und Interventionen nötig, um diesen Migranten zu einem menschenwürdigen Leben und/oder dem ihnen zustehenden Bleiberecht zu verhelfen. Mit der ausführlichen (Erfolgs-)Kontrolle unserer Arbeit befürchten wir einen zunehmenden Legitimationsdruck und das schlichte Verbot, uns diesen Menschen zuzuwenden. Es gibt keine Beratungsstelle, an die wir diese Menschen weiterleiten könnten und alleingelassen werden sie ihre Probleme nicht bewältigen können. Hier sehen wir eine große Notwendigkeit diakonischen Handelns. Die Jahreslosung 2008 Jesus Christus spricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben." Aus dem Johannesevangelium 14,19 erhält an dieser Stelle eine ganz besondere Brisanz, weil es bei Flüchtlingen häufig tatsächlich um Leben oder Tod geht. Die Bleiberechtsregelung der Bundesregierung war ein Schritt in die richtige Richtung, betraf in Dithmarschen wie in Schleswig-Holstein überhaupt jedoch nur wenige Menschen. Für uns bedeutete es jedoch, dass wir uns umfassend über die Neuregelung informierten, Menschen darauf ansprachen oder gefragt wurden, Lebensumstände sondierten, um die Möglichkeit der erfolgreichen Antragstellung festzustellen.

Ein weiteres Thema rechtlicher Rahmenbedingungen für Migranten war im Jahr 2007 der Erlass über die Fremdsprachenkenntnisse, die als notwendig vorausgesetzt werden zum Besuch einer Berufsfachschule. Hier zeichneten sich erhebliche Benachteiligungen für Schüler ohne oder mit nur geringen Englischkenntnissen ab. Wobei diese jungen Menschen das Sekundärziel des Sprachunterrichts nämlich interkulturelle Kompetenz in ganz hervorragender Weise erfüllen können.

Einige Einzelfälle haben uns intensiv zum Teil über längere Zeiträume beschäftigt. Dazu zählten ein 11jähriges geistig behindertes Mädchen und ihre Familie. Es bedurfte intensiver Arbeit mit der gesamten Familie, gute Kooperation mit dem Schulamt, der Schule und den beteiligten Lehrkräften, damit die Familie nach einem Versuch mit integrativer Beschulung in einer Hauptschulklasse endlich in den probeweisen Besuch der Förderschule für geistig Behinderte
einwilligte. Nach sehr kurzer Zeit dort war dann klar, dass das Mädchen dort sehr gut aufgehoben ist. Sie lebte sichtlich auf. Hier wurden wir massiv mit Vorurteilen, Scham und dem Bedürfnis die Behinderung der Tochter und Schwester zu verstecken konfrontiert. Der Schulrätin gebührt an dieser Stelle ein ausdrücklicher Dank für ihr engagiertes Vorgehen, das geprägt war von einem sensiblen Umgang mit den Eltern.

Erschüttert haben uns zwei Selbsttötungen von Klienten, die für uns aus heiterem Himmel kamen.

Der Kontakt zum Jugendamt des Kreises Dithmarschen hat sich intensiviert, insbesondere durch die gemeinsame Hilfe für eine deutsche Familie aus Kasachstan. Drei Kinder unter 10 Jahren mussten fremd untergebracht werden. Durch den guten Kontakt, den die Migrationssozialberatung auch zu der gesamten Großfamilie hatte, konnte eine befriedigende Lösung gefunden werden, indem eins der Kinder von einer Tante aufgenommen wurde und den Eltern Wege aufgezeigt werden konnten, die sie inzwischen beschritten haben, um ihre persönlichen Probleme zu lösen. Hier war nicht nur eine Dolmetschertätigkeit im Sinne wörtlicher Übersetzung gefragt sondern auch kulturelle Vermittlung.

Die Spannweite unserer Arbeit zeigte sich in diesem Jahr durch Fragen zu Selbstständigkeit und Anstellung von geduldeten Ausländern. Uns beeindruckte an dieser Stelle der unbeugbare Willen von Menschen, nicht von sozialen Leistungen abhängig zu sein sondern den Lebensunterhalt durch eigene Arbeit zu verdienen.

Psychisch kranke Migranten begegnen uns immer wieder in unserer Arbeit. In diesem Zusammenhang erweist sich der Arbeitskreis für Migration und Psychiatrie in Dithmarschen als sehr nützlich. Vertreter verschiedener Institutionen, die mit psychischkranken Menschen professionell arbeiten, treffen sich ca. 6x im Jahr zum Austausch und zur Verabredung von Zusammenarbeit. Auch Arbeitsvermittler der örtlichen Arge nahmen zum Teil an diesen Treffen teil, um ihre Kompetenz im Bereich Migranten und auch Psychischkranker zu erweitern. In diesem Jahr konnten wir bei der Einrichtung bzw. Vermeidung einer amtlichen Betreuung mitwirken, indem wir die betroffene Frau unterstützten.

Erwähnt werden soll auch noch die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur politischen Bildung aus Kiel. Es konnten einige ehrenamtliche Dolmetscher in Dithmarschen gewonnen und geschult werden.

Die gute Zusammenarbeit mit der Schuldnerberatung Lichtblick e.V. hat sich weiter fortgesetzt.

Bedauerlich ist, dass das Projekt OWI-Westküste der Volkshochschulen im Oktober 2007 auslief. Eine Abschlussveranstaltung in Husum zeigte auf beeindruckende Weise welche vielfältigen Aktivitäten angeschoben werden konnten. Einige Arbeitskreise und Gesprächskreise sind so fest etabliert, dass sie alleine weiterlaufen. Eine Vielzahl von Beziehungen ist geknüpft, so dass die Auswirkungen des Projektes noch lange spürbar sein werden. Auch unsere Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen geht weiter nicht zuletzt durch unsere wöchentliche Sprechstunde in den Räumlichkeiten der VHS in Brunsbüttel.

Ein Besuch durch Mitarbeiterinnen des Innenministeriums im September im Zuge des neuen „Zuwanderer-Integrations-Managements" (ZIM) zeigte uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Ein Wort zum Ende: Zum 31. Januar 2008 verlasse ich, Sabine Kühl, die Migrationssozialberatung im Diakonischen Werk Dithmarschen, um eine neue Aufgabe in der Stadt Wedel wahrzunehmen. 17 Jahre habe ich gerne Migranten in Dithmarschen beraten und betreut.

 

Sabine Kühl, Diplom-Sozialpädadgogin
Anja Döhren, Diplom-Sozialpädagogin

Meldorf, 31.01.2008

[ ep, 14.07.2008 15:40 ]
[ ep, 15.07.2008 09:20 ]
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