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Diakonisches Werk Dithmarschen
Ev.-Luth. Kirchenkreis Dithmarschen

[MIGRATIONSSOZIALBERATUNG :: Migrationssozialberatung]

Jahresbericht 2006

Einige theologische Überlegungen:

Für unseren Umgang mit Menschen, die fremd in Deutschland sind, finden wir sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament grundlegende Äußerungen, die für uns in der Arbeit Leitlinien aber immer wieder auch Herausforderung sind.

Im Alten Testament wird die Unterdrückung von Fremdlingen als ein schwerwiegendes Vergehen gegen die Heiligkeit Gottes gewertet und den Israeliten die Nächstenliebe (liebe den Fremdling wie Dich selbst) aufgegeben (3.Mose 19,33f). Weiter werden gleiche Rechte für Israeliten und Fremdlinge explizit bezogen auf Festtage beschrieben (3.Mose 24,22). Als Fremdling werden diejenigen bezeichnet, die zu den vorisraelitischen Landbewohnern gehören oder als Flüchtlinge in Israel wohnhaft geworden sind.

Im Neuen Testament beschreibt Jesus in der Rede vom Weltgericht das Verhalten der Gerechten unter anderem so: „Ich bin ein Fremdling gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“ (Matthäus 25, 35b).
Als es um den Ernst der Nachfolge geht, beschreibt Jesus seine eigene Situation als völlig heimat- und schutzlos in dieser Welt (siehe Lukas 9,58)
Aus den genannten Zitaten lesen wir die unmittelbare Aufforderung, sich derjenigen, die fremd oder heimatlos sind, anzunehmen und ihnen ein „unbedrücktes“ Leben mit voller gesellschaft-licher Teilhabe zu ermöglichen.

Konkrete Ziele unserer Arbeit sind daraus abgeleitet:

Wir beraten und unterstützen Migrantinnen und Migranten bei ihrer Integration mit dem Ziel ihrer gleichberechtigten Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben in Deutschland. Im Vordergrund steht dabei das Bemühen,

  • die Migrantinnen und Migranten in die Lage zu versetzen, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten (Hilfe zur Selbsthilfe).
  • Unterstützung bei der Inanspruchnahme anderer Sozialdienste innerhalb und außerhalb der Verbände sowie anderer öffentlicher und privater Institutionen zur Förderung der Integ-ration zu geben (Mittlerfunktion).
  • Komplexe Leistungen sozialer Beratung und Unterstützung, bei denen es auf interkulturelle Kompetenz ankommt, zu erbringen (Ergänzungsfunktion).
    Darüber hinaus bemühen wir uns, die Akzeptanz für Fremde mit einem anderen kulturellen Hintergrund und Neuzuziehende in Dithmarschen als Aufnahmegesellschaft zu erhöhen.

Wir konnten im Jahr 2006 über 650 Migrantenfamilien erreichen. Die Zahl der Spätaussiedler ist weiterhin drastisch zurückgegangen: Nur 28 Personen wurden als Spätaussiedler Dithmar-schen zugewiesen. Zusätzlich kamen 6 Personen im Rahmen der Familienzusammenführung und 4 mit deutscher Staatsangehörigkeit ohne deutsche Sprachkenntnisse in den Landkreis. Aufgrund dieser Zahlen wird deutlich, dass die Beratung und Begleitung für Menschen, die schon etwas länger in Deutschland sind und/oder die einen ungesicherten Aufenthaltsstatus haben, an Gewicht zugenommen hat.

Zur personellen Situation der Beratungsstelle (MSB):
Nach wie vor war die Beratungsstelle mit 2 Sozialpädagoginnen, Sabine Kühl und Anja Döhren, je auf 50% Arbeitsverträgen und bis zum Sommer der Praktikantin, Ludmila Lehmann, besetzt. Seit Mitte Juli folgte ihr Klara Scheck in einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwands-entschädigung für den Rest des Jahres. Im Jugendmigrationsdienst (JMD) arbeitete wie ge-habt der Sozialpädagoge Viktor Schmidt auf einer Vollzeitstelle. Weiterhin wurde die Bera-tungsarbeit sehr unterstützt durch ehrenamtliche Kräfte, vor allem ist hier Frau Antje Müller zu nennen, die sich mit sehr viel Sachverstand und Engagement um einzelne Flüchtlingsfamilien kümmert. Eine sehr fachkompetente Unterstützung erfahren wir auch durch die Diplom Psy-chologin Sylvia Pögel, die Gutachten für psychisch beeinträchtigte Flüchtlinge erstellt und wenn erforderlich therapeutische Gespräche mit ihnen führt. Die im Folgenden beschriebenen Aufgaben wurden in ihrer Vielfältigkeit und Menge nur durch erhebliches zusätzliches, d.h. ehrenamtliches Engagement der Teilzeitkräfte bewältigt. Alle angestellten MitarbeiterInnen haben erfolgreich Fortbildungen im Casemanagement abgeschlossen und an verschiedenen Tagungen und Fortbildungen zu den Themen Zuwanderungs- und Aufenthaltsgesetz, Migran-ten innerhalb der EU, Asyl- und Bleiberecht, sowie Integration in den Arbeitsmarkt teilgenom-men. Unsere Fachkompetenz bringen wir in den Fachausschuss Migration im Diakonischen Werk Schleswig-Holstein ein.

Die wöchentlichen Sprechstunden in Heide und Brunsbüttel wurden weiterhin sehr gut ange-nommen. Die intensive Zusammenarbeit mit dem OWI Projekt wurde fortgesetzt mit Begegnungsabenden, Ausstellungen und verschiedenen Veranstaltungen, z.B. eine gemeinsam ver-anstaltete Lesung Ulla Lachauers aus ihrem Buch „Ritas Leute“ im September.

Die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit und Soziales (ARGE) in Dithmarschen konnte intensiviert werden. Im April erstellten wir eine Statistik über den Verbleib und die berufliche Situation aller in den letzten fünf Jahren eingereisten Spätaussiedler und ihrer Familienangehörigen, wodurch realistische Zahlen für Dithmarschen in Umlauf gebracht werden konnten und für Planungen zur Verfügung standen.
Im Juli schlossen wir eine schriftliche Kooperationsvereinbarung, die die Zusammenarbeit zwischen Arge und MSB sowie JMD regelt. Es folgten gemeinsame Sitzungen mit Arbeitsvermittlerinnen und BerufsberaterIn-nen. Verbindliche Absprachen und ein Ablaufschema über Sprachförderung und berufliche Integration folgten zum Ende des Jahres. Es stehen uns Ansprechpartner für die Belange der Migranten zur Verfügung, so dass es kurze und in der Regel schnelle Entscheidungswege gibt. Unser gemeinsamer Bericht über die Kooperation wurde im September auf der Fachta-gung „Hartz IV und Migration“ mit großem Interesse aufgenommen. Es gab viele Bitten um Weitergabe des Vertrages.

Die Unterstützung für psychisch beeinträchtigte Migranten konnte durch regelmäßige Treffen im Arbeitskreis Migration und Psychiatrie weiter etabliert werden. Die Zusammenarbeit mit der Brücke Dithmarschen gestaltete sich weiterhin erfreulich. Der gemeinsame 14tägige Treffpunkt für Migranten wird gut angenommen und hat für die Teilnehmenden eine stabilisie-rende Wirkung. Die Planung und Vorbereitung eines interkulturellen Festes wird zu einem fes-ten Programmpunkt im Jahreslauf. Im Jahre 2006 fand es am 29. September unter dem Motto „Ich zeig Dir meine Welt“ eine Ausstellung statt. Mit kleinen Plakaten stellen MigrantInnen sich und ihre Welt vor. Diese Ausstellung ist jetzt noch im Johann-Hinrich-Wichern-Haus in Meldorf zu sehen.

Im Arbeitskreis Integrationskurse in Dithmarschen trafen sich 5 mal über das Jahr verteilt die zugelassenen Träger von Integrationskursen mit der Ausländerbehörde, der Arge und dem Regionalkoordinator des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge auf Einladung der Migra-tionssozialberatung. Es konnten konstruktive Absprachen getroffen werden bis hin zu einer gemeinsamen Warteliste, so dass ein schneller Zugang und bedarfsgerechte Einrichtung von Integrationskursen in Dithmarschen gewährleistet werden konnte. Insgesamt nahmen im Jahr 2006 214 MigrantInnen an einem Integrationskurs in Dithmarschen teil. Im Auftrag des Ar-beitskreises unterrichteten wir die Bundestagsabgeordneten brieflich über die Situation in Dithmarschen. Nachdem es zuerst ausgeschlossen erschien genügend anspruchsberechtigte Jugendliche für einen Aufbaukurs durch das BAMF finanziert zusammenzubekommen, konnte dann mit Hilfe einer Ausnahmegenehmigung noch zum Jahresende ein Kurs mit Standort Meldorf beginnen. An der inhaltlichen Ausgestaltung ist unser JMD maßgeblich beteiligt.

Eine gute Basis zur Vernetzung der sozialen Dienstleistungen im Kreis Dithmarschen ist durch den alle 8 Wochen tagenden „Arbeitskreis Sozialberatung“ gewährleistet. Daraus resul-tierte u.a. ein vertiefendes Gespräch mit der Aids-Hilfe Westküste. Vom Fachdienst Gesund-heit und vom Jugendamt des Kreises wurden wir jeweils in einem Fall zu Hilfekonferenz und Hilfeplanung für ausländische Familien hinzugezogen.
Weiterhin sind wir im kommunalpräventiven Rat der Stadt Brunsbüttel/Netzwerk zur Integration präsent und mit beratender Funktion im Jugendhilfeausschuss des Kreises vertreten.

Zu Beginn des Jahres 2006 waren wir stark beansprucht durch einen sechsmonatigen Kurs innerhalb des Teilprojektes „respect“ der Entwicklungspartnerschaft „Land in Sicht“ -- berufliche Qualifizierung für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein- der Gemeinschaftsinitiative Equal. Durch diese bandwurmartige Bezeichnung ist Eingeweihten schon klar, dass es sich um ein von der europäischen Union (Sozialfonds) gefördertes Projekt handelt. Wir konnten damit 13 Asylsuchenden und Flüchtlingen, die ansonsten keine oder nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten haben, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten, eine sprachliche und berufliche Quali-fizierung anbieten. Hierbei wurden wir mit einer Reihe für uns neuen gesetzlichen Grundlagen konfrontiert und haben die Abschreckungsseite der deutschen Ausländerpolitik und -gesetzgebung in vielen Facetten miterlebt. Beeindruckend waren das Engagement der Teilnehmenden sowie der Lehrkräfte und MitarbeiterInnen in den Praktikumsstellen.

Schon seit Ende 2005 hatten wir eine Familie auf die freiwillige Rückkehr in die Türkei vorbe-reitet und mit ihnen die Übersiedlung geplant. Nachdem Anfang Februar ein kurzfristig anbe-raumter Flugtermin wegen Krankheit nicht eingehalten werden konnte, wurde von der Ausländerbehörde die Abschiebung der Familie betrieben. Wir konnten dann nur noch Anfang März die Familie zum Flugplatz begleiten und das Verfahren einer Abschiebung und den Umgang mit den Abzuschiebenden dort miterleben. Wir bemühten uns um ein Gespräch mit der Aus-länderbehörde, um uns für eine aus unserer Sicht humanere und letztendlich auch kosten-günstigere Umgangsweise einzusetzen. Leider ohne Erfolg.

Durch das ehrenamtliche Engagement einer Bibliothekarin, die vor 13 Jahren aus Russland nach Dithmarschen gekommen ist, konnten wir in der Beratungsstelle eine Bücherei mit russischsprachigen Büchern einrichten, die inzwischen ihre Stammleserschaft gefunden haben.

Einmalige und regelmäßige Spenden ermöglichten es uns, außerschulischen Deutschförder-unterricht zu unterstützen bzw. überhaupt erst zu ermöglichen. Wir sind den SpenderInnen sehr dankbar für ihr Engagement.

Auch im Berichtsjahr wurden wir von verschiedenen Organisationen zu Informationsveranstal-tungen über und mit Aussiedlern eingeladen. Besonders erwähnt werden soll hier der Ort Albersdorf. Hier wird ein regelmäßiges Erzählcafé durch eine Seniortrainerin und einen Aussiedler angeboten, dass wir wieder durch inhaltliche Angebote mit unterstützen konnten. Außerdem veranstalteten die Landfrauen im März einen Informationsabend für ihre Mitglieder, der von uns zusammen mit zwei Aussiedlerinnen gestaltet wurde und auf sehr reges Interesse stieß. Eine Initiative der Kirchengemeinde Meldorf für regelmäßige Nachbarschaftstreffen mit Aussiedlern fand trotz intensiver Werbung nur wenig Interesse bei den Aussiedlern. Dagegen konnten wir den örtlichen Sportverein, TURA Meldorf, unterstützen für eine Sambo-Gruppe Stützpunktförderung aus dem Projekt „Integration durch Sport“ zu erhalten.

Sabine Kühl, Diplom-Sozialpädagogin
Anja Döhren, Diplom-Sozialarbeiterin

Meldorf, im Januar 2007

[ adm, 03.02.2007 13:50 ]
[ ep, 15.07.2008 09:20 ]
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