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Diakonisches Werk Dithmarschen
Ev.-Luth. Kirchenkreis Dithmarschen

[SERVICE FÜR SIE! :: Bemerkenswertes aus der Welt der Diakonie]

HEMPELS e.V. und Straßenzeitung

Das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hat in Deutschland ein gravierendes Auseinanderklaffen der Gesellschaft in Arm und Reich mit sich gebracht. Steigender materieller Wohlstand von gut qualifizierten Arbeitskräften und den Vermögenserben der Wirtschaftswunderjahre steht knapper werdenden öffentlichen Haushalten gegenüber, die stetig wachsende und jünger werdende Heere von Arbeitslosen und Sozialhilfeberechtigten versorgen sollen. Wer mit offenen Augen durch die City einer beliebigen deutschen Großstadt streift, weiß was damit gemeint ist. Noch vor 20 Jahren unvorstellbar, so sprechen wir heute wie selbstverständlich von der "neuen Armut", auf die innovative Antworten dringend gefunden werden müssen. Solche neuen Ideen in der Armutsbekämpfung müssen selbstverständlich den Sozialstaat in die Pflicht nehmen, aber auch um seine Grenzen wissen und deshalb Wege suchen, die möglichst ohne staatliche Alimentation begehbar sind.

Hempels befindet sich seit nunmehr fünf Jahren auf einem solchen Weg.

1995 als Selbsthilfegruppe von Obdachlosen, unterstützt durch Mitarbeiter der Ev. Stadtmission Kiel entstanden, ist der mildtätige Hempels e.V. heute Herausgeber des gleichnamigen Straßenmagazins mit Büros in Kiel, Flensburg und Husum. Von hier aus wird das Magazin in insgesamt neun Städten Schleswig-Holsteins von Straßenverkäuferinnen und Verkäufern in einer Auflage von monatlich 15-25.000 Exemplaren vertrieben. Ergänzend dazu gibt es sporadische größere Veröffentlichungen wie Kalender oder Bildbände.

Mehr als 600 Menschen, die auf öffentliche Transferleistungen angewiesen sind oder gänzlich ohne Einkünfte leben, haben bislang die Hempels verkauft. Im Rahmen der gesetzlichen Freibeträge können arme und ausgegrenzte Menschen so ihre finanzielle Lage durch eigene Arbeit verbessern und soziale Kontakte knüpfen, ohne dass ihre Leistungsfähigkeit überfordert wird. Lediglich die Einhaltung der Verkäuferregeln ist bindend, dies ist erfahrungsgemäß aber selbst für extrem problembelastete Menschen möglich.

An drei zentralen Stichworten lassen sich die wesentlichen Ziele der Vereinsarbeit verdeutlichen:

  • Selbsthilfe -
    ca. 80% der Vereinsmitglieder haben mit der sogenannten neuen Armut ihre eigenen, leidvollen Erfahrungen. Von den Inhalten des Magazins über den Straßenverkauf bis hin zu grundsätzlichen Vereinsentscheidungen stehen Menschen, die sonst nicht gefragt werden, in der ersten Reihe. Sie haben dementsprechend auch Vorrang bei der Besetzung fester Stellen in der Zeitungsredaktion, im Büro oder anderen Vereinsbereichen (s.u.).
  • Lobby - 
    alle Vereinsaktivitäten ergreifen Partei für arme und ausgegrenzte Menschen in Schleswig-Holstein. Durch das Straßenmagazin, Bücher zum Thema, Veranstaltungen und die Beteiligung an der Fachdiskussion werden eine breite Sensibilisierung für das Thema Armut unterstützt und Verständigungsprozesse in Gang gesetzt. Zu diesem Zweck ist Hempels auch überregional im Bundesverband soziale Straßenzeitungen und dem Weltverband der
    Straßenzeitungen, INSP, vernetzt. 
  • Arbeit -
    wesentliche Voraussetzung für einen Ausbruch aus der Armut, für beständige soziale Kontakte und für ein intaktes Selbstwertgefühl ist die Verrichtung bezahlter Arbeit. Hempels bietet schon heute ständig ca. 250 Menschen in Schleswig-Holstein Erwerbsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Ebenen. 

Vor allem die enorme Bedeutung des Faktors Arbeit für einzelne Menschen und deren Biografien ist in der bisherigen Hempels-Geschichte deutlich geworden. Am Anfang steht die in Schleswig-Holstein neuartige Möglichkeit des Straßenverkaufs des Magazins bei freier Zeiteinteilung nach dem Prinzip: eine Mark für den Verkäufer, eine Mark für den Verein. Neben bescheidenen Honoraren für Tätigkeiten in der Redaktion gibt es 1998 bereits 20 sozialversicherte Voll- und Teilzeitstellen in Kiel, Flensburg und Husum. Diese werden aus unterschiedlichen Programmen der Arbeitsämter, des Landes und der Kommunen kofinanziert. 1999 kommen zwei Ausbildungsplätze zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien hinzu.

Um möglichst vielen Beschäftigten langfristige Perspektiven im geschützten Hempels-Umfeld bieten zu können, wird, ebenfalls seit 1999, verstärkt auch auf wirtschaftliche Aktivitäten gesetzt. Seitdem tragen das Hempels-Café "Zum Sofa" und der Grafik-Service mit Webhosting-Angeboten in Kiel zur Gesamtfinanzierung aller Aktivitäten bei. Eine Cityservice-Tagelohnagentur sowie ein Garten- und Entrümpelungsservice werden das wirtschaftliche Segment bei Hempels ab 01.01.2001 weiter stärken. 

Die Macher von Hempels So entsteht ein umfassendes Beschäftigungsangebot in Kiel, das sehr vielen armen Menschen in unterschiedlichen Problemlagen angemessene Beschäftigungsperspektiven bieten und zukünftig auf andere Städte, in denen Hempels aktiv ist, übertragen werden kann. Vom Straßenverkauf als niedrigschwelligster Variante mit völlig freier Zeiteinteilung, über die Möglichkeit einzelne, ganze Tage im Tagelohn zu arbeiten, führt der Kanon der Möglichkeiten über geförderte Teilzeit- und Vollzeitstellen und geförderte oder ungeförderte Ausbildungsplätze bis hin zu zeitlich unbefristeten, ungeförderten Teilzeit- und Vollzeitstellen.

Ergänzend wird problembelasteten Menschen bei Hempels die Chance geboten, Arbeit statt Strafe zu leisten, Praktika zu absolvieren oder sich auf Basis der Mehraufwandsentschädigung über das Sozialamt in der Arbeitswelt auszuprobieren. Das alles erfolgt bei Hempels sozusagen mit "Familienanschluss". Im Hempels Café "Zum Sofa" werden Tag und Nacht die Themen des Vereins, aber auch ganz persönliche Dinge diskutiert. Die Toleranz gegenüber problembedingten Dysfunktionen ist hier wie auch im Arbeitsalltag selbstverständlich. Zusätzlich wird auf Wunsch allen Hempels-Mitarbeiter/innen sozialpädagogische Hilfe in enger Kooperation mit ortsansässigen Trägern der professionellen Sozialarbeit gewährt.

Doch nicht nur armen und ausgegrenzten Menschen werden auf diese Weise Wege aus der Armut geebnet. Es wird hier auch erkennbare Leistung produziert, die zu kaufen oder anderweitig zu unterstützen für viele Privatmenschen, Geschäftsleute und Institutionen interessant ist und in Zukunft noch interessanter sein wird. 

Alle rein wirtschaftlichen Aktivitäten sollen in Zukunft als GmbH firmieren und sich so aus dem unternehmerischen Korsett der Mildtätigkeit samt aller dazugehörigen Stigmatisierungen befreien. Außer dem Hempels e.V., der allein den rein mildtätigen Straßenzeitungsbetrieb weiter trägt, werden Partner aus dem kirchlichen und gemeinnützigen Bereich an der Gesellschaft finanziell beteiligt sein. Eine solche Konstruktion gewährleistet, dass entstehende GmbH-Gewinne direkt den
arbeitenden Menschen zugute kommen oder ohne Umwege den an der Gesellschaft beteiligten gemeinnützigen bzw. mildtätigen Körperschaften zufließen. Sämtliche erwirtschafteten Gelder werden also unmittelbar für das vorrangige Ziel, die Armutsbekämpfung eingesetzt.

Ausführliche Informationen zu unseren Aktivitäten stellen wir auf Anfrage gern zur Verfügung. Schreiben Sie uns unter   .

(aus: 
"Einleitendes zu Idee und Zielen des Vereins"
in der Homepage von Hempels e.V.)

So sind wir erreichbar:

Hempels e.V.,  z.H. Jo. Tein
Schaßstraße 4, 24143 Kiel
Tel: 0431/ 67 44 94,  Fax: 0431/ 661 31 16

Weiterführende Information:

Kontakte-Seite  ::  http://www.hempels-sh.de/

 

[ adm, 12.02.2007 13:25 ]
[ ep, 27.07.2010 15:31 ]
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