02/03/2026 0 Kommentare
Aus eigener Kraft
Aus eigener Kraft
# Hoffnungsgeschichten

Aus eigener Kraft
Die Klientin kam im Frühjahr 2021 zu uns, sie war zu dem Zeitpunkt schon länger arbeitslos aufgrund von Depressionen. Ihr damaliger Lebensgefährte hatte sich vermeintlich „um alles Finanzielle gekümmert“, wurde dann aber inhaftiert. Wie sich in der Folge herausstellte, hatte er sich auch nicht wirklich gekümmert, sondern noch zur Verschlechterung der Situation beigetragen. So wurden ihr offenbar Briefe vorenthalten und zum Teil ohne ihr Wissen Verpflichtungen in ihrem Namen eingegangen.
Durch die Haft des damaligen Partners kam es sogar noch zu Problemen mit der Wohnungsmiete, hier war also durch uns zunächst mehr Krisenintervention gefordert als eine sofortige Schuldenregulierung. Allein die Ermittlung und Abklärung der offenen Posten war insofern schon mit viel Zeit und Aufwand verbunden. Insgesamt waren so Schulden bei mehr als zehn Gläubigern aufgelaufen in einer Höhe von rund 20.000 Euro.
Ein Insolvenzverfahren kam aber für die Klientin nicht in Frage, da sie – inzwischen von dem Lebenspartner getrennt, gesundheitlich erholt und wieder in Arbeit – sich Sorgen um die berufliche Zukunft und die Wohnung machte, wenn sie in Insolvenz ginge. Das ist aus rein rechtlicher Sicht zwar kein Problem, aber ein durchaus nachvollziehbares Argument, da mancher Arbeitgeber und Vermieter durchaus reserviert auf eine bevorstehende oder laufende Insolvenz reagieren kann.
So wurden mit Hilfe unserer Schuldnerberatung Vergleiche und Ratenzahlungsvereinbarungen mit den Gläubigern getroffen, um die Forderungen zu begleichen – bei kleineren Forderungen teilweise über Einmalzahlungen, bei größeren Summen über Ratenzahlungen mit Laufzeiten von bis zu 48 Monaten.
Nach und nach konnte unsere Klientin so die noch offene Schuldensumme reduzieren. Ende des vergangenen Jahres waren so lediglich bei vier der ursprünglich mehr als zehn Gläubigern noch Forderungen offen, insgesamt etwa in Höhe von 2.500 Euro.
Zu diesem Zeitpunkt kam unsere Klientin auf uns zu mit dem Wunsch, die noch offenen Restforderungen am liebsten auf einen Schlag begleichen zu können – sie war zwischenzeitlich in einer neuen Beziehung und hatte sogar einige Rücklagen bilden können, zudem konnte sie zu diesem Zeitpunkt auf etwas finanzielle Hilfe aus der Familie hoffen, was zuvor nicht möglich gewesen war.
So konnten wir diesen Vorgang nun nach fast fünf Jahren abschließen, unsere Klientin hat sich sehr bei uns bedankt und noch einmal verdeutlicht, dass sie dies ohne unsere über den ganzen Zeitraum begleitende Hilfe aller Wahrscheinlichkeit nach nicht geschafft hätte, sich quasi „aus eigener Kraft“ aus den Schulden zu befreien.
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