Hier schließt sich ein Kreis...

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# Hoffnungsgeschichten

Hier schließt sich ein Kreis...

Ich bin Ravnit Bajwa und studiere Arbeitsmarktmanagement an der Bundesagentur für Arbeit. Für diesen Weg habe ich mich entschieden, weil ich Menschen Orientierung geben, Möglichkeiten aufzeigen und sie dabei unterstützen möchte, ihren eigenen Weg zu gehen. Genau darum geht es auch in der Agentur für Arbeit: Menschen zu beraten und ihnen Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Heute sitze ich aber im Rahmen eines Praktikums beim Diakonischen Werk Dithmarschen. Dass ich mein Praktikum ausgerechnet an einem Ort absolviere, den meine Familie früher aus einer ganz anderen Perspektive kannte, ist kein Zufall.

Meine Eltern kamen aus Indien nach Deutschland, mein Bruder und ich sind in Heide geboren und aufgewachsen. Der deutsche „Bürokratie-Dschungel“ war für meine Eltern jedoch nicht immer leicht zu durchschauen. Besonders als mein Vater während der Finanzkrise seine Arbeit verlor, kamen viele neue Fragen hinzu. Sei es die Agentur für Arbeit, Fragen zur Krankenkasse, etwaige Anträge oder Bescheide, immer wieder benötigte er Unterstützung. Wenn ein Schreiben nicht verständlich war, er sich ungerecht behandelt fühlte oder nicht wusste, wie es weitergehen sollte, wusste meine Familie: Beim Diakonischen Werk gibt es jemanden, den wir fragen können.

Einige Jahre später wurde diese Unterstützung auch für mich wichtig. Als ich 2016 mein erstes Studium begann, war ich die Erste in meiner Familie, die ihren Weg durch das deutsche Hochschulsystem ging. Bewerbung, Immatrikulation und BAföG waren für uns neu. Auch hier wussten wir, wohin wir uns wenden konnten.

Auch meine Mutter wurde beruflich unterstützt. Nach rund zwanzig Jahren in der Systemgastronomie wagte sie einen Neuanfang. Sie arbeitete zunächst als Versorgungsassistentin im Westküstenklinikum und absolvierte später eine Ausbildung zur Krankenpflegehelferin. Nun besitzt sie eine in Deutschland anerkannte Berufsausbildung. Dabei hat das Diakonische Werk ihr nicht nur beim Papierkram geholfen, sondern sprach ihr auch ganz viel Mut zu.

Mir zeigen diese Erfahrungen, wie viel gute Beratung eigentlich bewirken kann, wie sehr es unseren Alltag und unseren Weg im Leben prägt. Heute verfüge ich selbst über Wissen, das meiner Familie damals oft fehlte. Sowohl bei der Bundesagentur für Arbeit als auch jetzt im Diakonischen Werk lerne ich, wie ich dieses Wissen nutzen kann, um andere zu unterstützen.

Und genau hier schließt sich für mich ein Kreis. Früher kam meine Familie mit ihren Fragen hierher. Heute sitze ich selbst auf der anderen Seite und kann dazu beitragen, dass auch andere Menschen Orientierung und Unterstützung finden. Vielleicht ist genau das Hoffnung: Unterstützung zu erfahren und irgendwann selbst etwas davon weitergeben zu können.

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