08/06/2026 0 Kommentare
„Meine Kunst ist für mich wie die Luft zum Atmen“
„Meine Kunst ist für mich wie die Luft zum Atmen“
# Hoffnungsgeschichten

„Meine Kunst ist für mich wie die Luft zum Atmen“
Als Herman sich 2022 in der Ukraine von seiner Familie verabschieden musste, begann für ihn ein schwerer Lebensabschnitt. Seine Ehefrau und der Sohn flohen vor dem Krieg zu Bekannten nach Dithmarschen. Er selbst durfte zu dieser Zeit noch nicht ausreisen. Auf hoher See hatte er damals von den Kriegsereignissen in der Ukraine erfahren. Er war auf einem Kreuzfahrtschiff als Manager für den Gastronomiebereich tätig und hatte in der Vergangenheit schon zahlreiche Länder bereist. Gegen die Ratschläge seiner Kolleg*innen an Bord machte er sich sofort auf den Weg in die Ukraine. Fast zwei Jahre musste er dann noch warten, bis er seiner Familie endlich nach Dithmarschen folgen konnte. Dort angekommen, kümmerte er sich um Frau und Sohn, bei denen die Kriegsereignisse seelische Spuren hinterlassen hatten, die für alle nur schwer zu verarbeiten waren.
Mit Unterstützung der Bekannten und der Hilfe durch die Migrationsberatung unseres Diakonischen Werkes war die erste Zeit einigermaßen zu bewältigen. Um seinem Sohn bessere Zukunftschancen zu ermöglichen, entschloss sich Herman dann nach einem Jahr mit ihm in die USA zu seinem älteren Sohn zu ziehen. Dort besuchte dieser dann die Highschool und begann eine Ausbildung zum Koch. Mit ihm teilt Herman seine Liebe zur Kunst. Im Jahr 2025, seinen Sohn nun wohlversorgt wissend, zog es Herman zurück nach Dithmarschen.
In der Vergangenheit hatte er Deutschland mehrfach bereist und die Kultur, die Menschen mit ihrer Mentalität ins Herz geschlossen. In der Migrationsberatung des Diakonischen Werkes hatte er inzwischen einen Platz gefunden, an dem er offen über alles sprechen konnte und in seiner Muttersprache Hilfe bei bürokratischen Hürden und Verständnis fand. Dafür ist er der Migrationsberaterin Oksana Vogel, die selbst in der Ukraine geboren ist, und ihren Kolleg*innen sehr dankbar.
Momentan besucht Hermann einen Deutschsprachkurs und hofft bald eine Arbeit zu finden, denn er möchte gerne zurückgeben, was er in Dithmarschen an Hilfe erfahren hat. In seiner freien Zeit malt und gestaltet er. „Meine Kunst ist für mich wie die Luft zum Atmen“, sagt er und deutet auf die farbenfrohen Bilder, die er dem Diakonischen Werk überlassen hat und die jetzt das Foyer schmücken. Das Malen hilft ihm durch die schweren Zeiten, wenn er durch die Farben und Formen einen Ausdruck findet, um Erfahrungen zu verarbeiten. Es verbindet ihn außerdem mit anderen Menschen, die die Freude an seinen Werken teilen.
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