06/07/2026 0 Kommentare
Musik und Worte bauen Brücken – Standing Ovations für Aeham Ahmad und Uwe Dag Berlin
Musik und Worte bauen Brücken – Standing Ovations für Aeham Ahmad und Uwe Dag Berlin
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Musik und Worte bauen Brücken – Standing Ovations für Aeham Ahmad und Uwe Dag Berlin
Wesselburen - Es war ein heißer Freitagabend – und einer, der lange in Erinnerung bleiben wird. Rund 125 Besucherinnen und Besucher erlebten in der Eider-Nordsee-Schule einen außergewöhnlichen Konzert- und Lesungsabend mit dem international bekannten syrischen Pianisten Aeham Ahmad und dem Berliner Schauspieler und Regisseur Uwe Dag Berlin. Zwei Stunden lang verbanden sich Musik und persönliche Lebensgeschichte zu einem bewegenden Plädoyer für Menschlichkeit, Hoffnung und Begegnung.
Weltweit bekannt wurde Aeham Ahmad als „Pianist aus den Trümmern von Yarmouk“. Während des syrischen Bürgerkrieges spielte er zwischen den Ruinen des Flüchtlingslagers Yarmouk bei Damaskus auf seinem Klavier gegen Angst, Gewalt und Hoffnungslosigkeit an. Heute konzertiert der vielfach ausgezeichnete Musiker auf internationalen Bühnen – und brachte seine eindrucksvolle Botschaft nun nach Wesselburen.
Mit großer Intensität interpretierte Ahmad eigene Kompositionen wie Syria Zamaan oder Suffering. Dabei beeindruckte nicht allein seine Musik, sondern seine gesamte Art zu spielen. Das E-Piano lag auf seinen Knien. Mit dem ganzen Körper, jeder Bewegung verschmolz er mit seinem Instrument. Seine Musik schien nicht nur gespielt, sondern gelebt zu werden. Schmerz, Sehnsucht, Erinnerung und Hoffnung wurden hörbar und spürbar.
Zwischen den Musikstücken las Uwe Dag Berlin aus Ahmads Autobiografie „Und die Vögel werden singen“. Ausdrucksstark verlieh der Schauspieler den Worten des Pianisten eine Stimme. Die Lesungen machten Flucht, Verlust und den unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Musik greifbar.

Wie sehr ihn die Interpretation bewegte, brachte Aeham Ahmad am Ende des Abends selbst zum Ausdruck. Sichtlich beeindruckt wandte er sich auf der Bühne an den Schauspieler und fragte: „Ich habe meine Texte mit so großen Emotionen geschrieben. Wie machst du das? Du zeigst meine Gefühle. Ich habe das so noch nie gehört“
Diese spontane Frage machte deutlich, wie intensiv Musik und Literatur an diesem Abend miteinander verschmolzen. Zwischen Künstlern und Publikum entstand eine Atmosphäre großer Nähe und gegenseitigen Respekts. Nach mehreren Zugaben erhoben sich die Besucherinnen und Besucher von ihren Plätzen und dankten den beiden Künstlern mit lang anhaltenden Standing Ovations.
Die Veranstaltung war Teil des Projektes „Moin Nachbarn – Buna Ziua Vecine“ des Diakonischen Werkes Dithmarschen in Kooperation mit der Stadtbücherei Wesselburen. Das Projekt wird von der AktivRegion Dithmarschen unterstützt und setzt auf Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, erzählt Geschichten und schafft Räume für Austausch und gegenseitiges Verständnis. Der Abend mit Aeham Ahmad und Uwe Dag Berlin zeigte eindrucksvoll, wie Kunst Brücken bauen kann – über Sprachen, Kulturen und persönliche Lebensgeschichten hinweg.
Claudia Steinseifer
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