Wenn aus Herausforderung Stärke erwächst

Wenn aus Herausforderung Stärke erwächst

Wenn aus Herausforderung Stärke erwächst

# Hoffnungsgeschichten

Wenn aus Herausforderung Stärke erwächst

Die „Allgemeine Sozialberatung“ des Diakonischen Werkes steht allen Menschen in schwierigen Lebenslagen beratend zur Seite. Dazu gehören Fragen nach Unterstützungsangeboten und Hilfe zur Umsetzung dieser Ansprüche, um akute Not abzuwenden und auf lange Sicht selbständig für die eigene Lebensführung gestärkt zu werden.

Seit 2020 bin ich als Sozialpädagogin in der Sozialberatung tätig. Einer meiner ersten Beratungstermine hatte ich in Burg. Frau M. konnte unsere Beratungsstelle in Meldorf nicht aufsuchen. Aufgrund einer bis heute ungeklärten Körperbehinderung mit starken Bewegungseinschränkungen litt Frau M. auch schwer unter den psychischen Folgen, die sich in einer Angststörung, mit der Furcht vor Bewertung, Kritik oder Ablehnung in sozialen Situationen äußerte.

Frau M. hat eine Tochter, die sie ab dem dritten Lebensjahr allein großgezogen hat. Auch Kim lernte ich beim ersten Treffen kennen, sie war 16 Jahre alt und Schülerin der Gemeinschaftsschule. Themen der Beratung waren für diese Familie: Antragstellung im Leistungsbezug (ergänzende Grundsicherung zur Rente), Befreiung von der Zuzahlung, Erwerb der Wertmarke für Menschen mit Behinderung, Bildung und Teilhabe für die Tochter, aber auch psychosoziale Stärkung.

Kim hatte ebenfalls mit psychischen Belastungen zu kämpfen. Diese lassen sich aus dem Erleben der Kindheit herleiten. Kim hat schon sehr früh erkennen müssen, dass an sie andere Anforderungen gestellt werden als an Gleichaltrige. Die Unterstützung der Mutter im Alltag war ihr „in Fleisch und Blut“ übergegangen. Es war sichtbar, dass eine sehr starke Bindung vorhanden ist.

Kim hatte zu diesem Zeitpunkt aber auch ihre eigenen inneren Konflikte zu lösen. Wie bei fast allen Teenagern kamen die entwicklungstypischen Krisen hinzu. Zu diesem Zeitpunkt stand Kim fest in ihrer Entscheidung, ihre schulische Karriere zu beenden. Aber das Erstaunliche: Sie hatte einen Plan. Zur Überbrückung wurde sie Helferin im Seniorenheim „Haus Sonnenschein“ in Burg. Im Oktober konnte sie im Westküstenklinikum (WKK) eine einjährige Ausbildung zur „Pflegehelferin“ absolvieren. Dazu zog sie nach Heide in das Wohnheim des WKKs. In dieser Zeit gewann Kim immer mehr Selbstvertrauen und stellte fest, dass der medizinische Bereich ihr Arbeitsfeld werden sollte. Ihr Ziel: Ich möchte Rettungssanitäterin werden! Kim nahm nun alles selbst in die Hand. Sie informierte sich, welche Voraussetzungen hier zu erfüllen sind. Sie benötigte eine vollständige medizinische Ausbildung und fand diese als MFA (Medizinische Fachangestellte). Nach drei Jahren hat sie die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und dabei ihr Ziel nie aus den Augen verloren. Nach der Ausbildung machte sie konsequent die notwendigen Zusatzqualifikationen, um Rettungssanitäterin zu werden.

Heute ist sie als Rettungssanitäterin in Dithmarschen als Erste vor Ort, wenn Menschen in Not sind. Das macht sie mit ungebremstem Einsatz, Herz und Verstand.

Ich bin glücklich, diese engagierte junge Frau zu kennen und wünsche ihr viel Kraft und Segen für die Zukunft.

Petra Meves, Sozialarbeiterin und Diakonin

Dies könnte Sie auch interessieren

0
Feed